Bayern
Amt mit Engagement bekleidet
Auszeichnung in Lindau: Hans Grättinger ist seit 30 Jahren BHG-Kreisvorsitzender / Großer Einsatz für die Ausbildung
LINDAU Die Verdienstmedaille mit Ehrennadel in Gold gab es jetzt für Hans Grättinger aus Lindau. Damit ehrte der Verband dessen Engagement für das Gastgewerbe als Kreisvorsitzender. In der Inselstadt im Bodensee übt Hans Grättinger dieses Amt seit 30 Jahren aus. „Er ist einer der ganz wenigen, die ihre Energie über so lange Zeit für ein Ehrenamt zur Verfügung stellen“, urteilt Johann Britsch, BHG-Bezirksvorsitzender im Bezirk Bayrisch-Schwaben.
Wenn er seinen Kreisvorsitzenden charakterisieren soll, sagt Britsch: „Ich hab' immer an der Person Hans Grättinger hochgeschaut“. Diese Anerkennung auf menschlicher Ebene konkretisiert er: „Hans Grättinger hat sich nie verbiegen lassen, seine Ansichten immer klar formuliert und er ist auch dazu gestanden.“ Diese Durchsetzungskraft hat in 30 Jahren etliches für die Gastronomie zwischen Lindenberg und Nonnenhorn bewegt. Ein Beispiel ist die Lindauer Berufsschule, ein Thema, das es Hans Grättinger, der auch stellvertretender Vorsitzender des Berufsbildungsausschusses im BHG ist, besonders angetan hat. Im Ministerium setzte er sich unter anderem für den Erhalt der Schule ein, im Landkreis engagierte er sich für eine zeitgemäße Ausstattung und auch die einjährige Berufsfachschule steht mit seinem Einsatz in Verbindung. Abgesehen davon ging es in den vergangenen 30 Jahren häufig darum, einerseits für ein gutes Ansehen der Gastronomie in der Öffentlichkeit zu sorgen und andererseits Verständnis für die Probleme der Gastronomie zu schaffen. Natürlich gab es auch weniger angenehme Aufgaben zu bewältigen: Meinungsverschiedenheiten mit einer Gruppe Lärmgeschädigter oder das Thema Parkplätze in Lindau zum Beispiel. „So ein Amt ist eben immer mit Auseinandersetzung verbunden“, urteilt der jetzt Geehrte rückblickend. Um so mehr freut er sich über „den guten Zusammenhalt in der Vorstandschaft“.
Zusätzlich zum Amt des Kreisvorsitzenden war er auch noch zwölf Jahre lang als Stadtrat in Lindau tätig. „Das alles lässt sich nur vereinbaren, wenn man eine Frau hat, die engagiert mitarbeitet“, sagt Grättinger, der in seiner Jugend im Münchener Hotel Vier Jahreszeiten Koch gelernt hat.
Heute hat einer seiner Söhne den elterlichen Betrieb übernommen. Wenn Hans Grättinger dafür Zeit hat, widmet sich der 67-Jährige seinen Hobbys Tiefschneefahren, Tourengehen, Segeln und Motorradfahren.
Dass Hans Grättinger jetzt die höchste Auszeichnung erhielt, die es im Verband gibt, sieht er selbst ganz bescheiden als „Anerkennung dafür, dass ich mich eingesetzt und eingebracht habe“.
