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Schleswig-Holstein

Ananas des Nordens

Gastronomie profiliert sich mit traditionellen Steckrüben-Tagen

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2006/42 vom 21. Oktober 2006
von Friedhelm Caspari

FAHRDORF/SCHLESWIG. Eine schlichte Rübe kommt jetzt im Norden als herbstliche Delikatesse auf den Tisch: 47 Gastronomen beteiligen sich in der Region des DEHOGA-Kreisverbands Schleswig-Flensburg noch bis Ende November an den Steckrüben-Tagen. Von einer „tollen Aktion“ sprach Kreisvorsitzender Hans-Walter Kölling (Flensburg) beim Start der diesjährigen Steckrüben-Tage im Restaurant Altes Fährhaus in Fahrdorf bei Schleswig. Der schleswig-holsteinische DEHOGA-Vizepräsident Stephan Beck (Westerland/Sylt) lobte das alljährliche Engagement außerhalb der Hauptsaison.

Findige Köche haben mit der aus eher schlechten Zeiten und als Nachkriegs-Gemüse bekannten Feldfrucht experimentiert, so dass die Steckrübe in den Restaurants in den vergangenen Jahren viele neue Liebhaber fand. Heute kommen Leckereien wie Rübencreme mit Elbling und Lachsröllchen-Einlage, Steckrübensuppe mit Zanderklößchen, Mus aus der Bio-Steckrübe oder Steckrüben-Reibekuchen auf die gastlichen Tische. Auch bei der Premiere 2006 wurde von „Fährhaus“-Wirt Jens Larssen das klassische Rübenmus mit Kasseler und Kochwurst serviert. Wie in den Vorjahren gibt es in diesen Herbstwochen auf den Fußgängerzonen der Innenstädte von Schleswig und Flensburg dieses traditionelle Steckrüben-Angebot.

Früher war die Steckrübe wegen ihres eintönigen Geschmacks verhasst, aber in Kriegs- und Nachkriegszeiten ein echtes und begehrtes „Überlebensmittel“. Einst holzig in der Konsistenz, dumpf und erdig im Geschmack, so ist die „Wruke“ oder auch „Oldenburger Ananas“ – so ihre norddeutschen Bezeichnungen – in ihren Neuzüchtungen kleiner und die Struktur feiner. Das gelbe, herb-süssliche Fruchtfleisch schmeckt eher nach Möhren. Sogar Sterneköche verwenden sie in der Winterzeit. ari

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