Kommentar
Anschlag auf Almodóvar Uwe Lehmann
Wer heute in Berlin ein schickes Restaurant oder eine trendige Bar eröffnen will, sollte eine Standortanalyse vornehmen – und den Kiez befragen. Denn nicht mehr nur Projekte wie das BMW Guggenheim Lab rufen Widerstand selbst ernannter „Gutbürger“ hervor. Nach Schillerbar in Neukölln und Rio Grande in Kreuzberg griffen vermummte Gewalttäter in Friedrichshain das neu eröffnete Hotel Almodóvar an, das sich Nachhaltigkeit und ethisches Handeln auf die Fahnen geschrieben hat. Das zeigt: Um politische Inhalte geht es den Chaoten nicht. Unternehmer, die investieren, sind böse. Menschen, die Mut haben, sind verdächtig. Dass die so Denkenden konservativer sind als ihr Feindbild, fällt ihnen nicht auf. Gut, dass es für die Angegriffenen Unterstützung gibt. Und gut, dass es mit Gewalt nicht gelingen wird, Menschen von ihren Zielen abzubringen.