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Attraktive Destination: Die Kurstadt lockt mit vielen Reizen Foto: Archiv

Baden-Württemberg

Baden-Baden legt zu

Mehr Gäste und mehr Übernachtungen an der Oos / Russen bei Ausländer-Übernachtungen vorn

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2007/13 vom 31. März 2007
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BADEN-BADEN. Waren es vor Jahren Japaner und Amerikaner, die von den kurstädtischen Fremdenverkehrsstrategen besonders intensiv umworben wurden, so sind es künftig die Russen und Inder, auf denen das Hauptaugenmerk ruht. Dies verdeutlichte bei der Präsentation der Jahreszahlen die Chefin der Kur- und Tourismus GmbH, Brigitte Goertz-Meissner.

Indien hat bei den Übernachtungen im Oostal noch nicht viel Gewicht; die Besucher aus Russland rangieren jedoch inzwischen an der Spitze. 2006 war für die Kurstadt erfolgreich. Gemeldet wurden fast 275.000 Gäste, was ein Plus um 3,3 Prozent bedeutet. Übernachtungen waren es 780.000, eine Steigerung um 3,7 Prozent. Besonders zufrieden zeigte sich Goertz-Meissner beim Blick auf die Ausländer, kamen doch mit 94.000 11 Prozent mehr als im Vorjahr.

Mit 32.626 Übernachtungen stellten die Russen (Steigerung 16 Prozent) das bedeutendste Kontingent, gefolgt von den Engländern mit 22.338 (plus 67 Prozent). Die Erläuterung der Tourismuschefin: „Aus Russland kommen die meisten Besucher aus gesundheitlichen Gründen, sie bleiben daher meist länger. Bei Großbritannien hat sich die Fußballweltmeisterschaft ausgewirkt, gastierte doch das englische Nationalteam im Schlosshotel Bühlerhöhe“.

Nach wie vor viele Amerikaner

Bei den Ankünften unverändert an der Spitze liegt die USA mit 10.221 Besuchern. Allerdings ist die Aufenthaltsdauer relativ kurz, so das nur 21. 784 (plus 4,7 Prozent) Übernachtungen registriert wurden. Positiv entwickelt hat sich mit fast 16.000 Übernachtungen (plus 11,3) Italien und mit 5 760 (plus 9,9) Spanien. Goertz-Meissner führt diese Entwicklung zu einem erheblichen Teil auf die Direktflugverbindungen vom Baden-Airpark nach Mailand und Barcelona zurück. Im Bereich dieser beiden Städte, aber auch in London, wurde besonders intensiv für Baden-Baden als Erholungsort geworben.

Ähnliches trifft übrigens auch für Irland zu. Die Bewohner der Grünen Insel stellen mit 1681 Bettenbelegungen zwar noch ein relativ kleines Kontinent, trotzdem ist Goertz-Meissner äußerst zufrieden: „Da haben wir ein Plus von 226 Prozent“.

China und Japan werden langfristig betrachtet für Baden-Baden kaum von ausschlaggebender Bedeutung sein. Die Erklärung der Tourismuschefin: „Besucher dieser beiden Staaten reisen in Gruppen mit kurzen Aufenthalten und die Veranstalter kalkulieren mit Dumpingpreisen. Da macht nicht jeder Hotelier mit“.

Trotz der relativ guten Bettenauslastung mit 45,5 Prozent betrachtet Brigitte Goertz-Meissner die in der Kurstadt im Bau befindlichen beziehungsweise geplanten Hotelprojekte nicht unkritisch: „Es wäre gut, wenn wir neue Hotelketten an den Markt bekämen, denn die bringen zusätzliche Gäste“. Bei den Einzelbetrieben, so ihre Sorge, kommt es lediglich zu einer Umverteilung.

„Europ“ bleibt Hotel

Mit Zufriedenheit zur Kenntnis genommen hat Goertz-Meissner die Nachricht, dass der Europäische Hof als Hotel erhalten bleibt. Nach dem Verkauf des 5-Sterne-Hauses durch die Steigenberger Immobilienverwaltung wucherten die wildesten Gerüchte. Nun hat ein Sprecher der Deutschen Land AG, zumindest teilweise Entwarnung gegeben. Die neue Eigentümerin sei sich der „Qualität des Standorts“ voll bewusst. Es gebe mehrere Optionen, die aber immer an ein Hotel gekoppelt seien, hieß es. Steigenberger wird sein einstiges Gründungshaus auf jeden Fall noch bis Ende 2008 betreiben, dann läuft der Pachtvertrag aus. Roland Bailer

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