Baden-Württemberg Hygiene gebührt höchster Stellenwert
DEHOGA-Stuttgart: Beamtin der Lebensmittelüberwachung gibt Einblick in ihre Arbeit
STUTTGART. Einen ganz besonderen Gast hatte Markus Hofherr, Chef der DEHOGAAbk. für Deutscher Hotel- und Gaststättenverband.
weiter mit Mausklick...-Kreisstelle Stuttgart, zur diesjährigen HauptversammlungDie mindestens einmal jährlich stattfindende Versammlung der Aktionäre einer Aktiengesellschaft, die als deren nächstes Organ gilt.
weiter mit Mausklick... ins Hotel Royal geladen: Die Tierärztin Eike Drees von der städtischen Dienststelle für Lebensmittelüberwachung.
Anschaulich berichtete sie aus der Praxis und nannte Zahlen. So gibt es in Stuttgart 11.777 lebensmittelverarbeitende Betriebe, von denen im wegen des Mangels an Lebensmittelkontrolleuren nicht einmal die Hälfte kontrolliert werden könne. Von den kontrollierten Betrieben gab es im vergangenen Jahr Beanstandungen bei knapp der Hälfte. In 60 Fällen mussten Betriebe geschlossen werden. Die Beamtin beklagte die oft fehlende fachliche Ausbildung der Betreiber von Gaststätten und wusste sich in diesem Punkt einig mit den anwesenden Mitgliedern des DEHOGA, an dessen derzeitiger Hygiene-Offensive sich bisher mehr als 4500 Betriebsinhaber und Mitarbeiter beteiligt haben.
Drees warnte ganz konkret vor allzu sorgloser Produktion von Spätzle mit frischen Eiern. Sollten diese salmonellenbehaftet sein, reiche das einmalige Aufkochen nicht aus, um keimfrei zu werden. Vorproduktion und anschließendes Lagern über Tag hinweg erhöhe das Risiko zusätzlich. Die Veterinärin empfiehlt Vollei aus dem Tetrapak, um auf der sicheren Seite zu sein.
Nachdem die Hygiene-Ampel vom Tisch ist, kommt am 1. September das novellierte Verbraucherinformationsgesetz auf die Gastronomen zu. Das heißt konkret: Wer sich eines Hygiene-Verstoßes schuldig macht, der ein Bußgeld von mehr als 350 Euro erwarten lässt, wird auf der Webseite der Stadt veröffentlicht. Ohne Benennung des Tatbestands. Spekulationen sind hier Tür und Tor geöffnet.
Eike Drees rät dringend, die Eigenkontrolle und Dokumentationspflichten ernst zu nehmen und Hygieneschulungen mitzumachen. Das fließe positiv ein in die Risikobewertung des Betriebs durch das Amt.
Eindringlich warnte DEHOGA-Geschäftsführer Niklas Kreeb in seinem Beitrag vor laxem Umgang bei der Anmeldung von Arbeitskräften. Wer hier säumig sei und verspätet anmelde, zahle schon bei einem Erstverstoß 750 Euro. Vorsicht sei bei Schnupperpraktikanten geboten. Diese dürfen gar nicht arbeiten. Und Probearbeiter müssen zwingend angemeldet werden. hz
