Baden-Württemberg Schlemmen mit Elvis
Retro-Diner in Esslingen bietet frisches Fastfood / Ausflugsziel für Oldtimer- und Bike-Fans / Zwei Quereinsteigerinnen
ESSLINGEN. Wen es zu den Pink Ladies nach Esslingen verschlägt, der schwelgt mit allen Sinnen im Lebensgefühl der Fünfzigerjahre. Damen in rosa „Waitress“-Kleidchen servieren Cheeseburger, die Einrichtung erstrahlt in pink-türkis und Elvis trällert aus der Jukebox. Auf der Speisekarte stehen typisch amerikanische Gerichte wie Burger, Hot Dogs, Cheese Fries, Cole Slaw und Spareribs.
Im Oktober vergangenen Jahres haben Jennifer Honnef und Nicole Höger in Esslingen-Zell einen Fünfzigerjahre-Diner eröffnet. Das Konzept: frisch zubereitetes Fastfood, keine Convenience, Frühstück den ganzen Tag und ein Design, das sich von den Möbeln, über das Geschirr bis hin zur Arbeitskleidung konsequent an den Fünfzigerjahren orientiert.
Fast alles ist selbstgemacht
Einen eigenen Diner zu eröffnen, davon haben die Betreiberinnen lange geträumt. 2011 ist es dann soweit: Arzthelferin Honnef und Bankkauffrau Höger hängen ihre Jobs an den Nagel und reisen in die USA, um sich das Konzept vor Ort anzuschauen. „Vor der Eröffnung haben wir sämtliche amerikanischen Gerichte ausprobiert“, berichtet Nicole Höger. „Nun stehen auf unserer Speisekarte nur noch Gerichte, die wir auch selbst mögen.“
Bis auf die typisch amerikanischen Gitterpommes (Fries) und Onion Rings sind alle Speisen selbstgemacht. Viele Zutaten stammen von regionalen Herstellern, zum Beispiel die Würste für die Hot Dogs oder das Fleisch für die Burger. Da Jennifer Honnef Vegetarierin ist, gibt es bei den Pink Ladies alle Burger, Hot Dogs oder Chili-Gerichte auch vegetarisch und vegan aus Soja- und Weizen. Zum Nachtisch können Gäste zwischen Cookies, Donuts oder Muffins wählen. Besonders beliebt: der selbstgemachte Hot Brownie mit Vanilleeis.
Doch warum gerade ein Fünfzigerjahre-Diner? „Wir lieben die Musik, die Mode und das Lebensgefühl der Fünfziger“, erläutert Jennifer Honnef. „Sie stehen für Gemütlichkeit, und das ist auch unser Motto: „It feels like home.“ Ob Familien mit Kindern, Schüler oder Geschäftskunden – bei den Pink Ladies soll sich jeder wohlfühlen. Honnef: „Wir wollten immer ein Restaurant, in dem Gäste auch mal laut sein dürfen oder beim Essen kleckern – so wie man es eben von zu Hause kennt.“
Das Konzept scheint bei den Gästen gut anzukommen: „Seit wir eröffnet haben, ist jeden Abend die Hütte voll. Mit diesem Boom hätten wir nicht gerechnet“, so Honnef. „Oft müssen wir Gäste wieder nach Hause schicken, die Gäste stehen Schlange bis vor die Tür.“ Im Sommer können die Betreiberinnen auf die Terrasse mit zusätzlichen 25 Plätzen ausweichen. Praktisch ist auch der große Parkplatz direkt vorm Restaurant, der bei schönem Wetter Gäste mit Oldtimern und Motorrädern anlockt. Höger: „Dieses Jahr planen wir dort Konzerte mit Rock’n’Roll-Bands. Wir bekommen ständig Anfragen von Musikern, die bei uns auftreten möchten.“
Um vor der Eröffnung auf ihr Diner aufmerksam zu machen, gingen Höger und Honnef in der Umgebung auf Promotour und verteilten fleißig Flyer auf Oltimermessen und Bikertreffen. Mit Erfolg: „Die Flyer-Aktion hat viele Gäste auf unsere Internet- und Facebookseite geführt. 1280 Follower haben wir schon“, berichtet Nicole Höger stolz.
Expansion nicht geplant
Nach rund drei Monaten häufen sich nun auch die Anfragen, ob die „Pink Ladies“ Höger und Honnef mit ihrem Diner nicht expandieren möchten. „Das ist erstmal nicht geplant. Wir sind überzeugt, dass das Ganze nur deshalb funktioniert, weil wir als Gastgeber immer vor Ort sind und das Konzept leben“, ist Höger überzeugt. „Außerdem haben wir ursprünglich nicht geplant, mit dem Laden reich zu werden. Wir wollten einfach nur ein eigenes Restaurant, das uns Spaß macht und wo wir gern arbeiten. Und das ist uns gelungen.“ Natascha Ziltz
