Bayern „Weg von der Eventkultur“
Augsburg glänzt deutschlandweit mit steigenden Übernachtungszahlen / Neues Kongresscenter eröffnet Mitte 2012
AUGSBURG. 17 Prozent mehr Gästeankünfte, 19,5 Prozent mehr Übernachtungen – Ausburg weist für das Jahr 2010 das beste Ergebnis seit Gründung der Regio Augsburg Tourismus GmbHAbk. für Gesellschaft mit beschränkter Haftung.
weiter mit Mausklick... im Jahr 1998 vor. „Es gibt keine Stadt in Deutschland, die im vergangenen Jahr derartige Zuwächse verzeichnet hätte“, betont deren Geschäftsführer und Tourismusdirektor der Stadt Augsburg, Götz Beck. Zu diesem Erfolg trägt seiner Meinung nach nicht allein der allgemeine wirtschaftliche Aufschwung bei. Beck führt den Erfolg vor allem darauf zurück, dass man frühzeitig mit langfristig angelegten touristischen Strategien begonnen hat, um Augsburg im Städtetourismus nachhaltig zu positionieren. „Wir sind bewusst weg gegangen von der üblichen Eventkultur.“
Die sowohl für den Tourismus als auch das Tagungs- und Kongresswesen der Stadt veranwortliche Regio Augsburg Tourismus GmbH setzt auf verschiedene Profile. Sie vermarktet die Fugger und Welser, Mozart und die Augsburger Puppenkiste. Dazu werden eine Vielzahl an Themenprospekten in zahlreichen Sprachen erarbeitet, Führungen sowie Packages angeboten, zudem betreibt die Regio Augsburg sogar entsprechende Örtlichkeiten wie das Mozarthaus, das Fugger und Welser Erlebnismuseum, die Plattform auf dem Perlachturm und den Kleinen und Großen Wasserturm.
Ebenso wichtig für Augsburg sind Messen wie Intersana und Interlift sowie das Tagungs- und Kongressgeschäft. Letztlich, so Beck, sei Augsburg eigentlich eine Kongress- und Tagungsdestination – wegen der idealen Lage mit ICE-Bahnhof und der A8.
Im Jahr 2010 bot die Stadt Augsburg mit 38 Betrieben rund 3400 Betten, seit 2011 gibt es 41 Übernachtungsbetriebe mit 3764 Betten. Speziell der Zuwachs durch ein neues Etap-, B & B-Hotel und ein Hostel erwies sich als positiv. „Wir hatten bis dahin“, so der Tourismusdirektor, „gerade im Low Budget-Bereich zu wenig Betten.“
Starke Privathotellerie
Von den Kapazitäten her ist die Privathotellerie mit etwa 40 Prozent gegenüber 60 Prozent Kettenhotellerie gut etabliert. Als Flaggschiff gilt das Steigenberger Hotel Drei Mohren, das von Arcona Hotels & Resorts per FranchisevertragVertragliche Regelung der Rechte und Pflichten von Franchisenehmer und Franchisegeber.
weiter mit Mausklick... betrieben wird. Es wird seit April 2011 komplett renoviert und von bisher 99 Zimmern und 6 Suiten auf 131 Zimmer, Suiten und Serviced Appartements erweitert. Die Wiedereröffnung soll im Januar 2012 erfolgen. Als das „zweite Haus am Platz“ gilt das Dorint an der Kongresshalle, mit 4-Sternen-superior klassifiziert und mit direktem Zugang zu der sich gerade im Aufbau befindlichen Kongresshalle. Gut abgedeckt ist die Stadt im 2-Sterne-SegmentNach dem Prozess der Aufteilung des relevanten Markts in Marktsegmente erhält man einzelne Segmente, die eine möglichst homogene Abnehmergruppe zusammenfassen.
weiter mit Mausklick... mit zwei Ibis-Häusern. 2012 soll ein Holiday Inn Express hinzukommen. Im 3- und 4-Sterne-Segment scheint hingegen noch Bedarf für zwei weitere Hotels in der Stadt selbst und an der MesseIm wirtschaftlichen Sinne eine zeitlich begrenzte, wiederkehrende Veranstaltung auf einem bestimmten Gelände, die es Produzenten oder Verkäufern einer Ware bzw.
weiter mit Mausklick... zu sein. „Die dann vorhandenen etwa 4300 Betten wären eine gesunde Struktur“, sagt Beck.
Mit großen Erwartungen startet Augsburg in das Jahr 2012: Nach einer Sanierung für fast 22 Mio. Euro geht das Kongresszentrum am Wittelsbacher Park ab Mai mit einem komplett neuen Konzept auf den Markt. Das Zentrum bietet Platz für bis zu 3500 Personen, der große Saal allein fasst rund 2000 Personen. Um Akzente im Veranstaltungs- und Kongressmarkt setzen zu können, wird die Marke „Kongress am Park“ bereits aufgebaut und profiliert. Dadurch ergeben sich spürbar neue Perspektiven. Davon ist auch Peter Bertsch, General ManagerMitarbeiter der Hotelleitung mit der Aufgabe, die Interessen des Hotelunternehmers wahrzunehmen.
weiter mit Mausklick... des Dorint-Hotels, überzeugt. „Für unser Haus ist diese Sanierung sehr positiv zu bewerten.“ Das Dorint, das seit zehn Jahren im berühmten Augsburger Hotelturm etabliert ist, fährt momentan laut Bertsch eine Belegung von rund 65 Prozent. „Wir haben hohe Erwartungen“, so Bertsch, „werden aber nur von längeren internationalen Kongressen profitieren.“
Vermarktung im Netz
2 bis 3 Prozent plus erhofft man sich, aber nicht gleich im Jahr 2012. Als klassisches Business- und Tagungshotel hat das Dorint typische Wochenendprobleme, wobei die Nähe zu München einerseits gut sei, andererseits touristisches Geschäft wegnehme. „Augsburg hat mit seinem historischen Angebot aus meiner Sicht in der Welt noch nicht die Wertigkeit, die es verdient.“
Die Zielgruppen – Touristen, Geschäftsreisende, Kongressteilnehmer – erreicht die Stadt vor allem durch die Produktgestaltung und eine intensive Öffentlichkeitsarbeit. Um dem Zeitgeist entgegenzukommen, werden der Internetauftritt und Social-Media-Aktivitäten eine größere Rolle spielen. Das unterstreicht eine personelle Verstärkung der Regio Augsburg Tourismus. Karin Gabler

