Anzeige

Stolz auf den Budenzauber: Geschäftsführer Kai Hollmann (rechts) und Betriebsleiter Jörn Hoppe am Eingang der Superbude

© Helmut Heigert

Hamburg

Bei Freunden übernachten

Preiswert und unkonventionell: Die Superbude in Hamburg spricht jüngeres Publikum an

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2008/23 vom 7. Juni 2008
von

HAMBURG. Die Sofas bestehen aus Paletten, die Hocker sind übereinander gestapelte Bierkisten – alles jedoch mit Leder überzogen. Hotelier Kai Hollmann hat den Designer Armin Fischer und sein Team 3 Meta, die auch schon sein Hotel 25 hours gestaltet haben, in der ehemaligen Druckerei wieder zum Zuge kommen lassen. „Re-Design“ heißt das Motto, ehemalige Gebrauchsgegenstände neu einzusetzen. So werden Waschmaschinentrommeln zu Tischen, Gummischläuche zu Vasen und Saugpümpel zu Garderobenstangen. Nur die Mäusefallen, an denen in den Zimmern Informationsflyer aufgehängt werden, wurden durch das Entfernen der Schnapper entschärft.

„Übernachten wie bei Freunden“ ist das Motto des Hause. Auf sechs Stockwerken – jedes in einer eigenen Farbe – stehen den Gästen 210 Betten in 74 Zimmern zur Verfügung. Weitere 20 Betten stehen im Lager, um Mehrbettzimmer mit bis zu sechs Betten ausstatten zu können. Diese Betten können auch einzeln von Backpackern gebucht werden. „An Wochenenden werden diese Mehrbettzimmer aber auch gern von Familien mit Kindern genommen“, sagt Kai Hollmann.

Gute Zahlen vom Start weg

Während der Woche nutzen aber auch Geschäftsleuten das nicht klassifizierte 1-Stern-Hotel als preiswerte Unterkunft. Während des Frühstücks im Kitchen Club sitzt die Mischung aus Rucksacktouristen, Schulklassen, Models und Businessgästen an langen Tischen friedlich zusammen. Nach Angaben von Hollmann hat die Superbude während des Softopenings bereits eine Auslastung von mehr als 70 Prozent erreicht. Die Durchschnittsrate lag knapp unter 60 Euro. Hollmann: „Wir liegen deutlich über unseren selbst gesteckten Zielen.“

Rund 2,5 Mio. Euro hat die Hollmann und Partner Vermögensgesellschaft (HPV) in das Projekt investiert. „Das Budget musste flach bleiben, um günstige Übernachtungspreise anbieten zu können“, sagt Hollmann. Die Idee, aus dem Gebäude ein Hostel zu machen, sei ihm vor 14 Monaten während einer Zugfahrt nach Berlin gekommen. In dem Haus betrieb sein Vater bis Ende der 1970-er Jahre eine Druckerei. Er selbst habe sich einige Jugendhotels in Berlin angeschaut. Die Azubis in seinen Hotels Gastwerk und 25 hours hätten andere Hostels in Deutschland besucht. „Innerhalb von drei Wochen ist dann die Entscheidung gefallen“, sagt Hollmann.

Betriebsleiter Jörg Hoppe und sein Team kümmern sich um die Gäste. Eine Bar im Foyer des Hauses ist rund um die Uhr geöffnet. Außerdem können die Gäste aus Automaten Getränke und Fertiggerichte beziehen. Zur Freizeitgestaltung steht ein Fitnessraum zur Verfügung. Abends werden von 21 Uhr an in einem hauseigenen Kino Filme gezeigt. Die Möbel im Kino sind mit dem Stoff aus 380 gebrauchten Jeans bezogen, die Internetnutzer nach einem Aufruf gespendet haben. Hollmann: „Jeder Spender kann eine Nacht bei uns kostenlos übernachten.“ Helmut Heigert


KommentierenDrucken
Auch interessant

Rechte und Pflichten

Zum Betrieb einer Besen- oder Straußwirtschaft ist keine Gaststättenerlaubnis erforderlich: nur eine Anmeldung als Gewerbe. mehr...

Weitere Artikel aus Regional und Lokal vom :

Diesen Artikel bei Google+, Xing, Twitter oder Facebook weiterempfehlen:

Bisher keine Leser-Kommentare zum Artikel

Anzeige