Baden-Württemberg
Berufsnachwuchs zeigte hohes Niveau
Bei den Landesjugendmeisterschaften in Villingen bewiesen junge Talente hohe Kompetenz / Lob für Berufsschulen
Die Jugendmeister 2003 heißen Philipp Schneider (Koch/Ringhotel „Ochsen“, Schönwald), Britta Eßwein (Hotelfachfrau, Hotel Traube-Tonbach, Baiersbronn) sowie die angehenden Restaurantfachfrauen Susann Janina Gier (Brenner’s Park-Hotel Baden-Baden) und Franzi Nimptschke (Flair Hotel Gasthof „Ochsen“ in Heitersheim), die aufgrund gleich guter Leistungen beide mit dem Meistertitel ausgezeichnet wurden. Jugendmeisterin der Fachkräfte im Gastgewerbe wurde Anke Siebenhaller („Tischlein deck dich“, Hagnau); den Titel im erstmals vertretenen Ausbildungsberuf „Fachmann/-frau für Systemgastronomie gewann Silvia Ljubic (Nordsee-Restaurant, Ludwigsburg).
Über 100 Jugendliche waren zum Wettbewerb angetreten, insgesamt 40 von ihnen qualifizierten sich im Theorieteil für die praktische Endrunde. „Wer daran teilnimmt gehört zu den Besten im Land und damit auf jeden Fall zu den Gewinnern – ganz gleich, auf welchem Platz er am Schluss landet“, so DEHOGA-Präsident Peter Schmid.
Das baden-württembergische Gastgewerbe könne stolz sein auf seinen hervorragenden Berufsnachwuchs, und auf seine engagierten Ausbildungsbetriebe, betonte Peter Schmid. Gerade in wirtschaftlich schwieriger Zeit verdiene die gesellschaftlich wertvolle Arbeit der Ausbilder in den Betrieben besondere Anerkennung. Schmid und die Vorsitzende des DEHOGA-Berufsbildungsausschusses, Eva Rühle, hoben freilich auch den Beitrag der spezialisierten Landesberufsschulen für die qualifizierte Ausbildung im Gastgewerbe hervor. Die Unternehmer wüssten, was sie an diesen Berufsschulen und an ihren engagierten Fachlehrern hätten. Angetan von den Leistungen der Wettbewerbsteilnehmer zeigten sich die Juroren: „Es war kein absoluter Star dabei, aber insgesamt war das Niveau sehr ordentlich“, lobte Rolf Lohrer, Juryvorsitzender bei den Köchen. Schwächen hätten einige Wettbewerbsteilnehmer bei der Warenerkennung gezeigt: „Da wurde schon mal Scholle mit Seezunge verwechselt oder Perlhuhn mit Fasan“, so Lohrer. Zu große Portionen, vor allem bei der Vorspeise, gehörten ebenfalls zu den häufigeren Schwächen, während die Stärken vielfach im Dessertbereich lagen. Probleme bereitet den jungen Köchen offensichtlich das Anrichten von insgesamt 7 Tellern – mit der Folge, dass die Speisen für die Ehrengäste nicht immer heiß serviert werden konnten. „Man sollte mal darüber nachdenken, ob das noch praxisgerecht ist oder ob nicht 5 Teller auch ausreichen würden“, gibt Lohrer zu bedenken. In den Betrieben richte ein Koch auch nicht allein 7 Teller an.
Lob für gute Leistungen gab’s auch von den Jury-Vorsitzenden der anderen Berufe. Manfred Mönkedieck, der gemeinsam mit Kollegen aus Calw, Villingen und Bad Überkingen die Fachleute für Systemgastronomie prüfte, sprach von „einem erwartungsgemäß hohen Niveau und einem insgesamt sehr zufrieden stellenden Ergebnis“. Die jungen Fachleute für Systemgastronomie mussten anspruchsvolle Aufgaben wie z. B. das Verfassen eines Werbebriefs meistern und außerdem Kenntnisse in den Bereichen Controlling, Buchführung und Arbeitsrecht unter Beweis stellen. Auch die Hotelfachfrauen – männliche Teilnehmer kamen nicht in die Endrunde – zeigten gute Leistungen, wie Juror Norbert Gassmann zum Beispiel beim simulierten Empfangsgespräch in Englisch feststellen konnte. „Im Sprachteil waren alle Ergebnisse gut bis sehr gut“, berichtete er. Christine Ederer, Jury-Vorsitzende bei den Fachkräften im Gastgewerbe lobte nicht nur die teilweise sehr respektablen Theoriekenntnisse der Wettbewerbsteilnehmer („Da waren Fragen dabei, die durchaus auch im 3. Lehrjahr bei den Hofas gestellt werden“), sondern hob auch die gute Zusammenarbeit und den Teamgeist der Teilnehmer bei Gemeinschaftsaufgaben hervor. Ungewöhnlich fiel das Ergebnis bei den Restaurantfachleuten aus: Weil mit Susanne Janina Gier und Franzi Nimptschke zwei Teilnehmerinnen am Ende gleichauf an der Spitze standen, gab’s in diesem Jahr zwei Jugendmeisterinnen. Wer von beiden Baden-Württemberg bei den Bundesjugendmeisterschaften vertritt, die vom 24. bis 27. Oktober in Bonn stattfinden, soll in den nächsten Wochen geklärt werden.
Die Jugendmeisterschaften wurden mit Preisen von folgenden Sponsoren unterstützt: Gasversorgung Süddeutschland GmbH, Stuttgart; Fürstenberg Brauerei, Donaueschingen und die Weingärtnergenossenschaft Durbach. Vom Matthaes Verlag in Stuttgart erhielten alle Teilnehmer ein Fachbuch.
