Gastronomie
Bier aus Eigenproduktion
WITTENBERGE. In der brandenburgischen Region Prignitz wird wieder Bier gebraut. Auf dem Areal einer ehemaligen historischen Ölmühle entstand im Denkmalspeicher eine Schaubrauerei. Sie ist Teil einer Gaststätte. Ein Name für die neuen Biersorten ist bereits gefunden. In Anlehnung an Salomon Herz, den Gründer der Ölmühle, werden in Zukunft ein Pils und ein bernsteinfarbenes Spezialbier als Herz-Bräu gezapft.
Arbeitsplätze geschaffen
Die beiden Braumeister Andreas Hoppe und Harry Eschen sind davon fest überzeugt, „dass wir mit diesem regionalen Bier den Geschmack der Menschen getroffen haben.“ Die mehr als 200.000 Euro teure Brauanlage ist für eine Kapazität von 1000 Hektoliter pro Jahr ausgelegt. „Wir überlegen auch, ob später vielleicht noch eine dritte Biersorte hinzukommt.“ Gläser und Tonkrüge erhalten ein eigenes Logo. Die 22 neu geschaffenen Arbeitsplätze wurden alle mit Fachkräften und Mitarbeitern aus der Region besetzt.
Die Genesis GmbH als Eigentümer und Investor des Ölmühlen-Areals setzt auf Erlebnisgastronomie. Die Gesellschaft betreibt in der Elbestadt weitere Häuser mit insgesamt 64 Betten. „Die Brauerei ist Teil der Gaststätte, ein angrenzender Saal für bis zu 220 Gäste und ein künftiges Hotel werden die gesamte Anlage komplettieren“, so Genesis-Gesellschafter Lutz Lange. Die Gesamtinvestitionen belaufen sich auf rund 3 Mio. Euro.
Die Küche besteht aus einem klassischen Mix regionaler und gehobener Angebote. Im Brauhaus und im Saal bereiten die Köche traditionelle Speisen zu. „Dabei kommen auch wiederentdeckte Gemüsesorten zum Einsatz“, so Restaurantleiterin Susann Pablowski. Ein auf dem Gelände stehender Turm wurde während der Sommermonate als Strandcafé und Bar genutzt. Für Familienfeiern ist hier Platz für 20 Personen. Später sollen sich hier einmal auch Hotelgäste treffen.
Das künftige Hotel entsteht in der ehemaligen Fabrikantenvilla und im Laborgebäude der Ölmühle. Beide Häuser werden mit einem Laufsteg miteinander verbunden. Raucherlounge, Spielzimmer, Internet und zahlreiche Unterhaltungsmöglichkeiten gehören zum Hotelangebot. Geplant ist die Hoteleröffnung 2010.
Zugpferd Elbland-Festspiele
Im gesamten Komplex entstehen „herrschaftliche Räumlichkeiten“. Den Gästen stehen 58 Betten in 31 Zimmern zur Verfügung stehen. Die Eigentümer streben eine Klassifizierung auf 4-Sterne-Niveau an. Und sie rechnen mit einer Auslastungsquote von mehr als 50 Prozent.
Hotelgäste erhofft man sich von den Elbland-Festspielen. Diese finden seit mehr als zehn Jahren auf dem Gelände der Ölmühle statt. Dabei treten internationale Stars aus Oper, Operette und Musical auf. Die Nähe zur Elbe erlaubt später den Ausbau einer Anlegestelle für Boote. Auch ein Erlebnispark ist vorgesehen. Durch den nahen Elberadweg werden in der Sommersaison Tausende von Radtouristen erwartet.
