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Der Anfang vom Ende: 1-Euro-Kneipen verschärfen den Wettbewerb

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Niedersachsen

Billig und schwarz setzen Wirten zu

In Hannover versuchen neue Lokale mit Dumping-Preisen ihr Glück / Etablierte Gastronomen beklagen Wettbewerbsverzerrung

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2007/30 vom 28. Juli 2007

HANNOVER. Den Verbraucher trifft kaum Schuld: Die Geiz-ist-Geil-Denke hat man ihm eingetrichtert. Jetzt macht sich dieser Wahn auch in der Gastronomie bemerkbar. Beispielsweise gibt es in Hannover im Blattgold ein Menü für sieben Euro, im La Sol kostet mittwochs der Garnelenspieß 2,70 Euro. Und in der neu eröffneten Cafe-Bar Zeitlos bezahlt der Gast für ein frisch gezapftes 0,3-Liter- Bier 1,50 Euro. In der 1-Euro-Bar kostet jedes Getränk, mit Ausnahme von Flaschenbier, einen Euro.

Qualität hat ihren PreisTransaktionspunkt zwischen Angebot und Nachfrage eines Produkts bzw.
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„Wir beobachten diese Entwicklung mit Sorge“, sagt Renate Mitulla, Geschäftsführerin des DEHOGAAbk. für Deutscher Hotel- und Gaststättenverband.
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-Landesverbandes. Diesen Trend gebe es nicht nur in Niedersachsen, sondern auch bundesweit. Gaststätten gingen bei Neueröffnungen häufig mit Kampfpreisen auf den Markt. Seit 2002/2003 seien die Umsätze in der Gastronomie rückläufig und einige Wirte versuchten das mit einem Dumping-Konzept auszugleichen. Das Problem in der Gastronomie sei aber, dass es hohe Qualität nicht zu kleinem Preis geben könne. Das funktioniere auf Dauer nicht und provoziere Schließungen.

Lockangebote auf Zeit

„Wie wollen Sie dem Gast verständlich machen, dass er zwei Straßen weiter das Gewünschte für die Hälfte bekommt?“ Dabei sieht Renate Mitulla den Preiskampf durchaus differenziert. Es mache Sinn, beispielsweise über einen begrenzten Zeitraum, mit günstigen Angeboten zu locken. Der Gastronom müsse solche Fälle aber im Vorfeld hart durchkalkulieren. „Oft sind neu aufgemachte Kneipen rappelvoll und boomen wie verrückt, im Zweifel ist das aber nach drei Monaten wieder vorbei.“

In der Gastronomie gab es schon immer eine hohe FluktuationWiederkehrende Veränderung von Gegebenheiten und Zuständen.
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. Nach Ansicht von Reinhard Wulff, Mitarbeiter der Industrie und Handelskammer Hannover, hat sich diese Tendenz eher noch verschärft. Genaue Zahlen hat er darüber jedoch nicht. Er schätzt, dass ungefähr jeden Tag eine Gaststätte den Konzessionär wechselt. „Außerdem“, stellt Reinhard Wulff fest, „schließt nach rund einem Jahr die Hälfte der neu eröffneten Lokale wieder.“ Reinhard Wulff führt diese Entwicklung auch darauf zurück, dass etliche Gastronomen im Wettbewerb wahrgenommen werden wollen und daher besondere Aktionen starten. Dagegen sei nichts einzuwenden, allerdings dürften die Betriebszahlen nicht außer Acht gelassen werden. Falsche Erwartungen, eine zu dünne Kapitaldecke und eine falsche Einschätzung des Marktpotenzials führten dazu, dass solche Lokale schnell wieder schließen.

Boom bei Scheunenfeten

„Der Gast kann jeden Cent nur ein Mal ausgeben“, sagt Renate Mitulla und erzählt, dass es insbesondere auf dem Land einen starken Verdrängungswettbewerb wegen der sogenannten Scheunenfeten gebe. Diese Scheunenfeten hätten keine KonzessionKooperation loser oder enger Zusammenschluss von mindestens zwei Unternehmen, mit dem Ziel, Synergieeffekte zu generieren.
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und seien in der Regel privat organisiert. Es müssten also keine Mitarbeiter bezahlt werden und das Bier könne für einen Euro ausgeschenkt werden. „Diese Schwarzgastronomie führt dazu, dass alt eingesessene Lokale dicht machen müssen.“ Es sei schwierig, dagegen anzugehen, weil es häufig Kirchengemeinden oder andere soziale Einrichtungen sind, die als Veranstalter auftreten. (siehe Kasten)

Preis ist nicht alles

Hans-Hermann Buhr, Mitarbeiter der Industrie und Handelskammer, glaubt nicht, dass 1-Euro-Bars oder Dumping-Preis-Konzepte auf Dauer eine Chance haben. „Derzeit zieht die Konjunktur wieder an und für den Gast ist nicht nur der Preis, sondern auch das Ambiente entscheidend.“

Das sieht auch Jutta Gotthardt so, Besitzerin des CaféBewirtungsbetrieb mit Verkauf von Speisen, insbesondere von Konditoreierzeugnissen und sonstigen kalten Speisen, sowie damit verbundenem Verkauf von Aufgussgetränken - im Allgemeinen zum Verzehr an Ort und Stelle.
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Safrans in der Königsworther Straße. Ihr Café liegt direkt gegenüber dem neu eröffneten Café Zeitlos. Sorge, dass ihre Gäste das Lokal wechseln, hat sie nicht. „Die haben ihre Gäste und wir haben unsere, daran ändert sich auch künftig nichts.“Ingrid Hilgers

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