Hotellerie
Biss-Hotel im ehemaligen Frauenknast vor dem Aus?
von Raphaela Kwidzinski
MÜNCHEN. Die gemeinnützige Münchner Stiftung Biss will das ehemalige Frauengefängnis Am Neudeck 10 erwerben und daraus ein Hotel machen. In dem geplanten 4-Sterne-Haus sollen bis zu 40 benachteiligte Jugendliche Ausbildung und Arbeit finden.
Nun droht das soziale Projekt zu scheitern. Denn der Haushaltsausschuss des Landtags hat es abgelehnt, das Gebäude unterhalb des Nockherbergs zu einem angemessenen Preis und ohne Ausschreibung an Biss zu verkaufen. Die Stiftung befürchtet nun, in einem Bieterverfahren gegen zahlungskräftige Investoren keine Chance zu haben.
Die Stiftung ist enttäuscht
„Wir sind sehr enttäuscht, weil ja angeblich Ministerpräsident Horst Seehofer und Finanzminister Georg Fahrenschon für das Projekt waren“, klagt Stiftungsvorsitzende Hildegard Dehninger gegenüber der AHGZ. Der Ministerpräsident hatte im September 2009 bekannt gegeben, dass er sich für das Hotel Biss einsetzen möchte.
Die Bayerische Landesstiftung und das Bayerische Sozialministerium hatten dem Projekt seit 2008 bereits mehrfach Förderwürdigkeit sowie eine Fördersumme von insgesamt von 2,5 Mio. Euro zuerkannt.
Bereits 8000 Unterstützer
Dehninger will aber nicht aufgeben. „Wir haben schon 8000 Unterstützer und werden alles daran setzen, jetzt noch mehr Geld zusammen zu bekommen“, kündigte sie an. Zugleich ist sie erleichtert darüber, dass der Haushaltsausschuss nun auf Druck der Opposition einen Zeitplan für ein Bieterverfahren festlegen muss, so dass das geplante Projekt nicht „bis zum Sankt Nimmerleinstag“ verschoben werden muss.

