Bayern
Blumenfee mit Kräuterherz
In Dietramszell hat Gertraud Haindl die Klosterschänke in eine Pflanzenoase verwandelt
Dietramszell. Üppig blühen rosarote Azaleen, hellrosa Flieder oder Blau-Lila Hortensien. Blumen über Blumen begrüßen den Gast in der Klosterschänke im oberbayerischen Dietramszell. Wirtin Gertraud Haindl liebt üppige Blumenarrangements, dekoriert alles selbst: „Auch wenn mich vielleicht manche auslachen – ich finde Blumenschmuck wichtig. Jetzt ist das mein Markenzeichen“. Dazu kombiniert sie Unmengen von Tischwäsche, exquisites Porzellan von Villeroy und Boch sowie Kerzen und Leuchter in allen Farben und Variationen.
Die gebürtige Dietramszellerin, die längere Zeit ein Gasthaus in Vaterstetten führte, ist Wirtin mit „ganz viel Herzblut“. Sie bekennt: „Mein Wirtshaus ist für mich kein Job, sondern mein Leben.“ 2001 hat sie das alte Gasthaus mit ihrem Mann Andreas übernommen und komplett renoviert.
Hochzeiten und Taufen
Zur geräumigen Gaststube muss man einige Stufen hinabsteigen. Sie präsentiert sich mit mächtigen Gewölben, dunklen Holztischen und umlaufenden Bänken im Brauhausstil. Auf der oberen Ebene, dem Eingangs- und Thekenbereich, haben die Einheimischen ihren Stammtisch.
Hinzu kommt die holzvertäfelte Zirbelstube für kleinere Feiern. Entweder dort oder im geräumigen Gewölbesaal feiern viele Gäste Hochzeiten, Taufen und Geburtstage. Die prächtige und liebevolle Dekoration ist längst ihr Markenzeichen geworden, viele Gäste haben das nämlich weitererzählt. Fast jedes Wochenende sei der Saal ausgebucht. Im Sommer lockt zudem ein terrassenförmig angelegter Wirtsgarten mit 200 Plätzen an den plätschernden Zellbach. Brotzeiten, am Wochenende auch frisches Fleisch vom Holzkohlengrill. Auch draußen blüht und grünt es üppig: Rosen oder Margeriten prunken in Pflanztrögen.
In der Küche teilen sich die beiden Küchenchefs Florian Guggenbichler und Christoph Zenzinger die Herrschaft über Töpfe und Pfannen. Sie kochen ausschließlich mit regionalen Produkten. Es gibt nicht nur klassische bayerische Schmankerl wie ofenfrischen Krustenschweinebraten mit Dunkelbiersoße und hausgemachten Kartoffelknödeln. Sondern auch Spinat-Ricotta-Nudeltaschen in leichter Weißweinsoße mit gerösteten Kerndl, Frühlingslauch, Kirschtomaten sowie frischen Kräuter. Frische Kräuter sind in der Klosterschänke genauso wichtig wie Blumen. Die Wirtin weiß, dass Brennnessel, Löwenzahn, Vogelmiere oder Gundermann den Organismus mit Mineralien, Spurenelementen und Vitaminen versorgen.
