Hamburg
Bonne Cuisine im Universitätsviertel
Frankophile Feinschmecker-Adresse L’Auberge unter neuer Leitung wieder eröffnet / Gehobene Küche zu gemäßigten Preisen
HAMBURG Mehr als 30 Jahre lang galt das L’Auberge Française als Hochburg der französischen Küche in Hamburg. Patron Jacques Lemercier fuhr eigenhändig mit einem Lastwagen von der Elbe an die Seine, um beste französische Lebensmittel einzukaufen. Prominente wie Leonard Bernstein, Placido Domingo und der ehemalige französische Staatspräsident Giscard d’Estaing pilgerten in das Lokal an der Rutschbahn 34.
Doch Anfang des Jahres machte das Gourmet-Restaurant unter Leitung von Pierre Hervet im Hamburger Universitätsviertel aus wirtschaftlichen Gründen dicht. Jetzt versuchen Ionel Luta und sein Geschäftspartner Alexandre Jegard einen Neuanfang, die zuvor gemeinsam in der Hamburger Bar Cassis gearbeitet haben. „Wir möchten die Bonne Cuisine zu gemäßigten Preisen in Hamburg kultivieren“, sagt Jegard.
Bis zu 40 Gäste finden in dem beige gestrichenen Lokal einen Platz. Hinzu kommen im Sommer 15 Sitzplätze auf der Außenterrasse. Eine Besonderheit stellt ein Singletisch („Table des Amis“) dar. „Jeder Gast kann sich dazu setzen“, sagt Jegard. An Sonntagen soll beim gemeinsamen Diner auch auf Französisch kommuniziert werden: „Ich möchte mit meinen Gästen ins Gespräch kommen.“
Der in Toulon geborene Jegard vermischt die Kochkunst seiner Heimat mit anderen Küchen rund um das Mittelmeer. Er hat außer in seiner Heimatstadt als Chefkoch in Nizza, St. Tropez, und im marokkanischen Casablanca gearbeitet. Auf der Speisekarte findet sich eine klassische französische Fischsuppe „Bourride“ ebenso wie Spaghetti mit Roquefort und Nüssen oder Lamm nach maurischer Art mit Zimt, Rosinen, buntem Gemüse und Zitronen-Confit. Nachmittags gibt es Kuchen aus der eigenen Patisserie und Bio-Eis. Den passenden französischen Tropfen serviert der aus Rumänien stammen Ionel Luta. Als besondere kulinarische Aktionen plant der Küchenchef ein Menü für Verliebte („Le menu amoureux“), ein „Fondue au chocolat“ und „Bouillabaisse-Tage“ in seiner L’Auberge.

