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Dokumentiert: Direktor Dieter Dudeck zeigt eine Gesetztafel für die Zöglinge aus dem Jahr 1839

© Hans-Dieter Schaaf

Brandenburg Ein Haus atmet Geschichte

Hotel am Großen Waisenhaus startet mit guter Auslastung / Stiftung investiert 3,5 Millionen Euro in Umbau

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2011/31 vom 30. Juli 2011
 Hans-Dieter Schaaf

POTSDAM. Mit mehr als 3000 Gästen in den ersten 100 Tagen hat das Hotel am Großen Waisenhaus eine überaus erfolgreiche Startphase seit der Eröffnung im April hinter sich. Das entspricht einer Zimmerauslastung von rund 80 Prozent. „Die durchweg zufriedenen Gäste sind die schönste Bestätigung für unsere Arbeit“, freut sich Hoteldirektor Dieter Dudeck.

Das komfortable Hotel liegt in der historischen Altstadt und ist nur wenige Geh-Minuten von den bekannten Sehenswürdigkeiten der Stadt, wie dem Park Sanssouci oder dem Holländischen Viertel, entfernt. Es wird als Garni-Hotel geführt. Auf ein hoteleigenes Restaurant wurde wegen der zahlreichen Lokale in der Umgebung verzichtet.

Haus unter Denkmalschutz

Der holländische Baumeister Jan Bouman errichtete das Gebäude im Jahr 1753 als „Kaserne für Beweibte“ – das waren Wohnungen für Soldatenfamilien. Die Stiftung „Großes Waisenhaus zu Potsdam“ erwarb das Gebäude 1820 und nutzte es als Lazarett für kranke Waisenhauszöglinge. Nach 1945 wurden dann Kriegswaisen und Flüchtlingskinder untergebracht. Seit 1992 ist das Gebäude wieder im BesitzTatsächliche Herrschaft einer natürlichen oder juristischen Person über eine Sache, unabhängig von den Eigentumsverhältnissen.
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der Stiftung „Großes Waisenhaus zu Potsdam“, der zweitältesten sozialen Einrichtung der Stadt. 3,5 Mo. Euro hat die Stiftung in den zweijährigen Umbau zum Hotel investiert. Ein gelungener Spagat zwischen Denkmalpflege und Modernisierung.

Das Nichtraucher-Hotel verfügt über 34 behaglich eingerichtete Zimmer, darunter drei rollstuhlgerechte. Die Zimmer, auch „Quartiere“ genannt, gibt es in unterschiedlicher Größe und Ausstattung. Diese sind trotz der denkmalgeschützten barocken Bausubstanz mit moderner Technik ausgestattet. In allen Zimmern gibt es einen Internetzugang und Telefonate ins deutsche Festnetz sind kostenlos. Zielgruppen sind vor allem Fahrrad- und Wassertouristen sowie Städtereisende. Gästen, die ihre eigenen Fahrräder mitbringen, wird eine verschließbare Unterstellmöglichkeit geboten. Fahrräder werden auch ausgeliehen.

Förderung von Jugendlichen

Eine Besonderheit des Hauses sind Acrylbilder, Drucke und Plastiken an den Wänden der Zimmer und Flure des Hotels. Sie entstanden im Rahmen von Förderprojekten der Stiftung „Großes Waisenhaus zu Potsdam“ und wurden von Schülern der benachbarten Schulen angefertigt. „Die Stiftung fördert vielfältige Projekte in der Kinder- und Jugendarbeit und kümmert sich vor allem auch um benachteiligte junge Menschen“, erläutert der Hoteldirektor. So sollen auch Jugendliche, die Schwierigkeiten haben einen Ausbildungsplatz zu bekommen, im Hotel eine Chance erhalten. „Wir werden ab August drei Jugendliche, die bei uns bereits ein Praktikum absolviert haben, zur Fachkraft im Gastgewerbe ausbilden“, hebt der Direktor hervor.

Der 60-Jährige will das Hotel so schnell wie möglich am Markt etablieren. „Mein Ziel ist es, bereits im ersten Jahr mit einer schwarzen Null abzuschließen“, blickt Dieter Dudeck voraus. „Wir wollen vor allem mit der Freundlichkeit und dem Service unserer Mitarbeiter bei den Gästen punkten“, betont der Hotelchef. Dudeck stammt aus Hessen, fühlt sich aber inzwischen in Potsdam sehr wohl. „Dieses neue Hotel zu übernehmen, war für mich eine große Herausforderung, konnte ich doch hier meine 40-jährige Berufserfahrung einbringen und bereits in der Bauphase Einfluss auf den späteren Hotelbetrieb nehmen“, so der Hotelchef. Hans-Dieter Schaaf


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