Branchenpolitik
Brandenburg Q-Siegel zeigt, wer gut ist
BERLIN. Sterne, Hauben, Mützen – an kulinarischen Bewertungen mangelt es nicht. Im Fokus der Tester stehen allerdings mehr Feinschmecker-Tempel. Ein uriger Landgasthof oder ein attraktives Ausflugslokal haben relativ wenig Chance auf einen werbewirksamen Eintrag in die diversen Gourmet-Führer. Damit diese Locations nicht gänzlich unter den Tisch fallen, haben die Brandenburger ein flächendeckendes Prädikat ausgelobt, das inzwischen landesweit, und seit neuestem auch darüber hinaus, Furore macht.
Beispiel macht Schule
Was als Gütesiegel „Potsdamer Gastlichkeit“ 2004 an den Start ging, heißt ab jetzt „Brandenburger Gastlichkeit“ und weist auf der Plakette die jeweilige Destination und die Reiseregion aus. Die Aktion ist den Kinderschuhen längst entwachsen und wird erfolgreich kopiert. So hat Schleswig-Holstein die Qualitäts- und Marketinginitiative schon übernommen, Thüringen und Berlin wollen folgen. Bayern und Baden-Württemberg prüfen noch. In Vorbereitung der Fußball-EM im kommenden Jahr avancierte die Initiative sogar zum Exportschlager und fiel im ukrainischen Lviv auf fruchtbaren gastronomischen Boden.
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Das macht die Initiatoren stolz. Mario Kade, Restaurantbetreiber und Präsident des DEHOGAAbk. für Deutscher Hotel- und Gaststättenverband.
weiter mit Mausklick... Brandenburg, ist einer der Väter des vor sieben Jahren ins Leben gerufenen Qualitäts-Checks. Sofortige Unterstützung kam von Oberbürgermeister Jann Jacobs, bei dem sich Beschwerden von Touristen über mangelndes gastronomisches Engagement im Lande gehäuft hatten. Für Vollblutgastronom Kade Zeit zum Handeln. „Wir sind viel besser als unser Ruf. Doch das muss auch entsprechend kommuniziert werden,“ sagte er rückblickend. Dieter Hütte, Geschäftsführer der Tourismus Marketing Brandenburg GmbHAbk. für Gesellschaft mit beschränkter Haftung.
weiter mit Mausklick..., war zunächst skeptisch, hat sich aber von den vielen Vorzügen des Siegels überzeugen lassen. Das Prädikat habe Potsdam und dem Land wichtige Impulse gebracht, sagte er. Für ihn ist es ein hervorragendes Instrument, um die touristische Binnennachfrage vor allem in Sachen Kulinarik anzukurbeln (siehe Kasten).
weiter mit Mausklick... in sechs verschiedene Kategorien – vom Restaurant über die Kneipe bis zum Hotel garni – helfen insbesondere die mehrseitigen Checklisten den Betreibern, Vorzüge auszubauen und vorher nicht erkannte Schwachstellen zu beseitigen. So nutzt Ingrid Diwald, Direktorin des Relexa Schlosshotels Cecilienhof, die Testergebnisse stets für die Mitarbeiterschulung. Zu den wichtigsten Themenfeldern zählen zum Beispiel die Kommunikation mit dem Gast, das kulinarische Angebot, die möglichst mehrsprachige Gestaltung der Speise- und Getränkekarten, Kinderfreundlichkeit und BeschwerdemanagementUmgang mit Beanstandungen von Gästen, die meist durch kognitive Dissonanzen hervorgerufen wurden.
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Prädikat ist zeitlich befristet
Sind von möglichen 100 Punkten mindestens 74 Punkte erreicht, wird in Kooperation mit den regional zuständigen Tourismusverbänden das Siegel auf Zeit in Form einer Plakette vergeben. Mit 200 Euro Teilnahmegebühr, DEHOGA-Mitglieder zahlen 150 Euro, ist es ein kostengünstiges Instrument zur Qualitätssteigerung, höheren Gästezahlen und einem besserem Geschäftsergebnis mit Umsatzsteigerungen zwischen 2 und 20 Prozent.
Die Aktion ergänzt den von Regionalköchen kreierten kulinarischen Wettbewerb „Brandenburg unter Dampf“ und ist eine gute Vorbereitung auf die Initiative „Servicequalität Deutschland“. Für die Zukunft hofft Hoteldirektorin Diwald „auf einen noch höheren BekanntheitsgradProzentualer Anteil potenzieller Kunden oder Gäste, die eine Leistung, eine Marke oder ein Unternehmen kennen.
weiter mit Mausklick... des Prädikats bei den Gästen“. Daran werde gearbeitet, versicherte Mario Kade, der sich wie auch Potsdams Oberbürgermeister Jacobs, das Siegel „deutschlandweit“ wünscht.



