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Brandenburger Köche machen Dampf
von Hans-Dieter Schaaf
POTSDAM. Die Zeiten, als Brandenburg noch als "kulinarische Diaspora" bezeichnet wurde, sind zwar vorbei. Aber noch immer ist hier und da das Vorurteil zu hören, dass das Land für Feinschmecker wenig zu bieten habe. Das soll jetzt anders werden, denn mit der Initiative "Brandenburg unter Dampf" wollen zehn Spitzenköche des Landes beweisen, dass Gourmets und Liebhaber einer guten Küche in Brandenburg fündig werden. Mit gemeinsamen Aktionen wollen sie für Gaumenfreuden bei ihren Gästen sorgen.
"Brandenburg unter Dampf" wurde als Netzwerk der besten Köche der Mark bereits im Jahr 2004 gegründet, will aber jetzt neu durchstarten, mit mehr Mitgliedern und vielen Aktivitäten die kulinarische Landschaft beleben. Von den damaligen Gründungsmitgliedern sind noch Frank Schreiber aus Finsterwalde und Dieter Kobusch aus Luckenwalde dabei. Erfahrene Meisterköche wie auch talentierte Nachwuchsköche sind hinzugekommen und wollen gemeinsam ein Zeichen für Qualität und Freude am Genuss setzen.
Ihr Credo haben die Köche in einer Genuss-Charta zusammengefasst, die in zehn Punkten den Weg zu hohen Qualitätsstandards beim Essen, Trinken und Service aufzeigt. Unter dem Motto "Einer für alle, alle für einen!" verstehen sie sich als kulinarische Botschafter auch über die Landesgrenzen hinweg. "Wir wollen beweisen, dass es in Brandenburg nicht nur in der Spitze, sondern auch in der Breite erstklassige gastronomische Angebote gibt. Daher bieten wir auch jungen, engagierten Kollegen die Möglichkeit, im Netzwerk mitzuarbeiten", betont Alexander Dressel, mehrfach ausgezeichneter Meisterkoch aus dem Hotel Bayrisches Haus in Potsdam. Jeder, ob Sternekoch oder Küchenchef eines Landgasthofes, kann mitmachen, wenn er sich die Forderungen der Genuss-Charta zu eigen macht.
"Vor allem Frische ist für uns Trumpf", unterstreicht Frank Schreiber, Küchenchef im Restaurant Goldener Hahn in Finsterwalde, "denn statt Convenience werden alle Speisen, Saucen und Beilagen ausschließlich aus frischen Produkten zubereitet." Dabei bevorzugen die Köche Produkte aus den einheimischen Regionen und arbeiten eng mit den Produzenten und Erzeugern zusammen.
"Auch die Aus- und Weiterbildung des Nachwuchses liegt uns am Herzen", hebt Steffen Schwarz, Küchenchef im Potsdamer Hotel Travel Charme Am Jägertor, hervor. Köche und Servierkräfte sollen auf vielfältige Art und Weise mit Weiterbildungs- und Qualifizierungsangeboten gefördert werden. Der 34-jährige Brandenburger Meisterkoch will auch schon mit Schulkindern kochen, um sie für eine gastronomische Ausbildung zu interessieren. "Ohne gutes, qualifiziertes Personal gibt es keine zufriedenen Gäste", ist er sich sicher.
