Niedersachsen
Brauereikredit hilft „Diva“ auf die Beine
Aller Anfang ist schwer – besonders aber in der Gastronomie
HANNOVER Oliver Ahlborn hat sich einen Traum erfüllt. Der 38-Jährige hat mit Partnerin Gaby Schwarz in der Königsstraße in Hannover das „Diva“ eröffnet. Ein Restaurant mit Mittagstisch, Bar und einer gehobenen deutsch-französischen Küche in den Abendstunden.
„Es ist schwierig, ein Restaurant zu führen und dabei auf seine Kosten zu kommen“, gibt Ahlborn zu bedenken. Deshalb bietet er marktfrische Küche mit asiatischem und mediterranem Einfluss. „Italienische Lokale gibt es genug, ich wollte etwas anderes“, sagt Ahlborn, der sich als Familienunternehmen bezeichnet. Die Mutter hilft in der Küche, die Partnerin im Service und der Bruder wird ab November die Gäste an der Bar verwöhnen.
Ahlborn ist gelernter Koch und arbeitete in der Schweiz und in der Region Hannover in erstklassigen Küchen. „Individuelle Kreationen mit frischen Produkten bereiten mir sehr viel Spaß“, gibt er sich selbstbewusst.
Von Anfang an hat Ahlborn auf eine schlanke Kostenstruktur Wert gelegt. Lediglich Aushilfen für den Service hat er engagiert, der Rest ist Familiensache.
Für den Kredit muss Ahlborn der Brauerei 80 Hektoliter im Jahr abnehmen. Schafft er das nicht, erhöht sich die Ablösesumme. „Mit einem Freund habe ich im Juli ein Sommerfest in Sehnde bei Hannover organisiert und durch andere Außenaktivitäten wird auch noch Bier verkauft“, gibt sich Ahlborn zuversichtlich. Mit den 40 bis 50 Sitzplätzen in der „Diva“ erreicht er den Getränkeumsatz nicht. Trotz dieser Vorgaben bleibt Ahlborn gelassen. Der Getränkegroßlieferant Ahlers berät ihn und er hat einen Steuerberater gewählt, der auf Gastronomie spezialisiert ist.
Das Restaurant hat mit rund 100 Quadratmetern eine Größe, bei der zunächst auf zusätzliches Personal verzichtet werden kann. „Viele machen den Fehler, dass sie zu viel Personal bereit halten und ihnen die Kosten dann über den Kopf wachsen“, weiß Ahlborn um die Schwierigkeiten.
Ahlborn lockt mit fairen Preisen. Das Bier kostet 1,80 Euro, einen guten Wein gibt es ab 2,90 Euro und einen raffinierten Mittagstisch serviert er von 4,50 Euro an aufwärts. „Der Gast darf sich nicht abgezockt fühlen.“ Das Ambiente ist mit rot-goldenen Textiltapeten edel, plüschig und gemütlich eingerichtet und erinnert an die 50er und 60er Jahre. Fotos von Marlene Dietrich, Hildegard Knef oder Maria Callas schmücken die Wände. Dazu läuft Musik aus dieser Zeit.
Montags ist derzeit noch Ruhetag, aber Ahlborn will diesen Tag künftig für Aktionen nutzen. „Weinproben sind denkbar oder ein Hörbuchabend mit erlesenen Speisen im November wird ein Keramikkünstler ausstellen“, sagt der Koch und fügt hinzu: „Der Gast soll sich in der Diva nicht nur rundum wohlfühlen sondern auch etwas erleben können.“
