Bremen Hygiene-Ampel steckt im Stau
Bremen plant keinen Alleingang und wartet bundeseinheitliche Regelung ab / DEHOGA sieht sich in seiner Kritik bestätigt
BREMEN. Das Land Bremen wird in Sachen „Hygiene-Ampel“ keinen Alleingang unternehmen, sondern auf eine bundeseinheitliche Regelung warten. Das hat Gesundheitssenatorin Renate Jürgens-Pieper (SPD) bestätigt. Das kleinste Bundesland folgt somit nicht dem umstrittenen Vorbild Berlins: Dort werden viele Ergebnisse der Kontrollen durch die Lebensmittelbehörden seit August 2011 über das Internet mitgeteilt. Neun von zwölf Bezirken der Bundeshauptstadt sind mit von der Partie. Nach Berliner Senatsangaben werden monatlich im Durchschnitt 14.000 Seitenaufrufe registriert.
Als damalige Vorsitzende der Verbraucherschutzminister-Konferenz hatte Renate Jürgens-Pieper die Idee einer so genannten Hygiene-Ampel energisch unterstützt und war davon ausgegangen, dass sie noch 2012 überall in Deutschland angeschaltet werden würde. Doch dieses Ziel scheint vom Tisch zu sein. Denn die Senatorin berichtete nun, dass die Arbeitsgruppe, die die Hygiene-Ampel vorbereiten soll und zuletzt vor etwa einem Monat zusammengekommen ist, viele offene Fragen auf dem Tisch hat. Noch nicht einmal ein Name für ein Kontrollsystem sei bisher gefunden worden.
Die dadurch entstehenden Verzögerungen werden zum Beispiel vom DEHOGAAbk. für Deutscher Hotel- und Gaststättenverband.
weiter mit Mausklick...-Landesverband Bremen mit Freude registriert. Sein Geschäftsführer Thomas Schlüter hält die Restaurant-Bewertungen in den Farben Rot, Geld und Grün für „so überflüssig wie einen Kropf“. Schlüter sieht unter anderem die Gefahr, dass die amtliche Lebensmitteüberwachung zu flächendeckenden Kontrollen und zu zeitnahen Nachkontrollen nicht in der Lage sei. Deshalb würden Gastronomen womöglich monatelang „an den Pranger gestellt“, obwohl es lediglich eine negative Momentaufnahme bei ihnen gegeben habe. Thomas Klaus



