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Neustart in Stuttgart: Frank Oehler ist bereit Foto: Dietmar Pleil

Baden-Württemberg

Bühne frei für Frank Oehler

Neues Speisemeisterei-Konzept: Weniger elitäres Ambiente, aber hochwertige Küche

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2008/13 vom 22. März 2008
von  

STUTTGART. Mit einem neuen Konzept starten am 1. September Frank (43) und Holger Birner (33) als Nachfolger von Martin Öxle im Gourmetrestaurant im Schloss Hohenheim. Sie wollen mit moderaten Preisen, einem zusätzlichen Mittagsservice und durch Veranstaltungen auch ein jüngeres Publikum anziehen.

Frank Oehler gegenüber der AHGZ: „Martin Öxle hat als Patron und höchstdekorierter Koch Stuttgarts mit seiner klassischen Küche Erfolg gehabt und die Speisemeisterei zu einem Aushängeschild gemacht. Das Restaurant soll natürlich auch unter unserer Regie eine erste Adresse für Fine Dining bleiben. Aber alles hat seine Zeit: Wir setzen auf eine Küche des kulinarischen Weltverständnisses. Es soll eine sinnliche, lustvolle Küche sein, die durchaus japanische Elemente aufnimmt, da ich inzwischen ein Fan dieser vitalen Kochrichtung bin, die stark auf den Urgeschmack der verwendeten Produkte setzt.“

Der ehemalige „Junge Wilde“ Frank Oehler galt in seinem Restaurant d‘Rescht in seinem Geburtsort Hawangen bei Memmingen mit seiner „Cucina erotica“ (Oehler: „Das war plakativ und ich war im Gespräch“) als großer Hoffnungsträger der Kochkunst und wurde vom Gault Millau 1998 als „Entdeckung des Jahres“ gefeiert. Oehler erkochte sich einen Michelin-Stern, wechselte dann mit Auslaufen des Pachtvertrages ins Luxushotel Las Dunas nach Marbella und – als dieses kurze Zeit später zum Verkauf stand – für ein Jahr zu Anton Mosimann nach London. 2005 verpflichtete ihn Patron Bernhard Zepf in den Erbprinz nach Ettlingen. Dort erhielt Oehler auf Anhieb den begehrten Stern, den er jedoch ein Jahr später wieder verlor.

Ende 2007 verließ Oehler den Erbprinz. Oehler dazu: „Ich habe erkannt, dass ich meine Art zu kochen nur in der Selbständigkeit realisieren kann.“ Gegenwärtig ist er als Consulter tätig. Die Zusammenarbeit mit dem Land Baden-Württemberg als Eigentümerin der Speisemeisterei ist nach Aussage von Frank Oehler langfristig angelegt. Oehler: „Mir wurde wohl wegen meiner Kernkompetenz ein großer Vertrauensvorschuss eingeräumt. Der Pachtvertrag ist äußerst fair, die Pachthöhe moderat.

Der Eigenbetrieb Vermögen und Bau des Landes wird vor unserem Start die Außenfassade renovieren und die Toilettenanlage neu gestalten. Die Kücheneinrichtung wurde nach Beendigung des Pachtvertrages mit Martin Öxle von der Verpächterin übernommen. Sie wird in unserer Pacht verrechnet.“

Die Räumlichkeiten der Speisemeisterei werden unterschiedlich eingerichtet und eingedeckt. Insgesamtsoll die Atmosphäre weniger elitär wirken als bisher. Einer der Räume soll einen asiatischen Touch erhalten. Als wichtig sieht Oehler die künftige zusätzliche Nutzung der Terrasse und der Garage an. Veranstaltungen in Richtung Jazz-Brunch sind angedacht. Oehler: „Wir werden auch mittags geöffnet haben und hier preiswerte Gerichte anbieten. Vielleicht gelingt es uns, auch den einen oder anderen Hohenheimer Dozenten zu uns herüberzuziehen.“

Oehler und Birner, der gegenwärtig noch Restaurantchef im Erbprinz ist, sind schon über ein Jahrzehnt ein Team. Birner begann in Hawangen als Koch, ehe er seine Vorliebe für den Service entdeckte.

In der Speisemeisterei strebt das Duo täglich 80 Kuverts und einen Monatsumsatz von 100.000 Euro an. Die Speisemeisterei wird an fünf Tagen in der Woche geöffnet haben. An den Start gehen wollen Oehler und Birner mit zehn festangestellten Mitarbeitern, davon sechs in der Küche. Dietmar Pleil

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