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Freuen sich auf mehr Gäste: Souschef Sebastian Schmidt und Sommelière Céline Dahmen Foto: Regina Goldlücke

Nordrhein-Westfalen

Cocktails statt Kuchen

Im Restaurant Lido musste man dazulernen: Neustart mit Barbetrieb und frischen Farben

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2008/19 vom 10. Mai 2008
von

DÜSSELDORF. Die Lage des Lido ist spektakulär. Im Medienhafen spannt sich eine Fußgängerbrücke über den Rhein, in deren hölzerner Mitte sich ein gläserner Quader öffnet. Von dort aus führt eine Treppe hinauf zum lichten Ausguck, über eine andere gelangen die Gäste eine Ebene tiefer ins Restaurant, dem Strom noch näher. An Reiz kaum zu überbieten ist die luftige Terrasse mit 200 Plätzen. Man sitzt knapp über den Fluten des Rheins – was zur Folge hat, dass bei Hochwasser der Zutritt schon mal verwehrt werden kann. Doch erst das richtige Konzept brachte den Laden zum Laufen.

Robertino Wild, der das Restaurant vor zwei Jahren baute und eröffnete, musste bitteres Lehrgeld zahlen, was er nicht verhehlt. „Uns sind bei der Konzeption Fehler unterlaufen, weil wir aufs falsche Pferd gesetzt haben“, gibt er zu. Zum Beispiel auf Familien und auf Kaffeetanten. „Dafür gibt es hier keine Klientel“, hat Robertino Wild erkannt und in diesem Frühjahr die Konsequenzen gezogen. „Die Kombination Café und Restaurant geht im Hafen nicht. Bar und Restaurant sehr wohl.“ Deshalb stapeln sich jetzt in der Vitrine keine Kuchen mehr, dafür nippt man Cocktails in der trendigen Bar.

Die Kombination macht’s

Und weil das pure Weiß an Wänden und Mobiliar zu grell war, vor allem, wenn noch die Sonne schien und das Wasser reflektierte, hat sich auch das Farbkonzept des Lokals geändert. „Unsere Gäste sollen hier nicht mit zusammengekniffenen Augen sitzen, sie sollen sich ja wohlfühlen“, sagt Wild. Neuerdings speist man hinterm Fenster auf schokoladenbraunen Lederbänken, pinkfarbene Hocker setzen muntere Akzente. Mit einer frisch formierten und hoch motivierten Mannschaft ist der Gastronomie-Quereinsteiger voller Optimismus an den Start gegangen: „Wir haben keine werblichen Paukenschläge vollführt, wir warten einfach ab, wie es ankommt.“ Küchenchef Christoph Dahmen zaubert mehr im Verborgenen, seine Frau Céline ist als Sommelière in ständigem Gästekontakt und sucht mit besonderer Freude die passenden Weine zum Überraschungsmenü aus.

Von der Snackkarte kann man ab 12 Uhr mittags bis 23 Uhr durchgehend Kleinigkeiten bestellen, es gibt eine Tagesempfehlung zum Lunch (12 bis 16 Uhr) und eine gesonderte, französisch inspirierte Abendkarte. Das Lido-Degustationsmenü sieht Varianten von drei, vier oder fünf Gängen vor (52 bis 71 Euro). Meeresfrüchte wie Austern sind besonders beliebt. Regina Goldlücke

www.lido1960.de

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