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Mutig und erfolgreich: Matthias Sill hat seine beiden Standorte auf einen soliden Weg gebracht

© Schwittay

Brandenburg

Das „Biscaba“ als Ich-AG

Bereits mit Filiale „Bahnsteig 7“ in Pritzwalk aktiv / Hausmannskost statt Gourmetküche

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2005/48 vom 3. Dezember 2005
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GLÖWEN Noch vor zwei Jahren war Matthias Sill einer von vielen Arbeitslosen. Heute ist er Inhaber zweier Lokale. Als er damals die Chance nutzte, sich mit einer Ich-AG)Abk. für Aktiengesellschaft.
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selbstständig zu machen, war ihm klar, dass das keine einfache Sache werden wird. Ein großes finanzielles Polster hatte er nicht, die Bank hielt sich mit einer Kreditvergabe zurück und auf PersonalIn der Hotellerie und Gastronomie haben diese durch den Kontakt zu den Gästen einen wesentlichen Einfluss auf die vom Gast wahrgenommene Dienstleistungsqualität.
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konnte der heute 27-Jährige auch nicht zurückgreifen. Lediglich die Lübzer Brauerei half dem Existenzgründer tatkräftig bei der Ausstattung.

Trotz anfänglicher Schwierigkeiten hat er damals die Ärmel hochgekrempelt und mit Hilfe vieler Freunde und seines Vaters das „Biscaba“, einen Mix aus Bistro, Café und Bar, eröffnet. Seine Entscheidung hat er nicht bereut. „Allerdings würde ich heute doch vieles anders machen.“ Gelegenheit dazu hat er bereits in die Tat umgesetzt, als er vor einigen Wochen im 30 Kilometer entfernten Pritzwalk eine „Filiale“ seiner Kneipe eröffnete.

Im dortigen Bahnhof fand er mit einer ehemaligen, leerstehenden GaststätteBezeichnung für Räumlichkeiten, in denen Gäste Getränke und Speisen serviert bekommen.
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einen idealen Standort für sein neues Vorhaben „Bahnsteig 7“. Dort wird eine Servicekraft beschäftigt, die bereits ab 6.30 Uhr die Fahrgäste mit einem Frühstücksangebot verwöhnt. Matthias Sill kümmert sich derweil im „Biscaba“ um alle organisatorischen Dinge und steht dort hinter dem Tresen und am Herd.

„Bereits kurz nach der Eröffnung hatte sich schnell herausgestellt, dass ich auch in einem Bistro mit einem soliden Angebot an Speisen punkten kann.“ Keine Gourmetküche, dafür aber gut gemachte Hausmannskost wird in der zum Gast hin offenen Küche zubereitet. Von behördlicher Seite hatte Sill in diesem Bereich schon einige Probleme. „Mir wurde zeitweise untersagt so zu kochen, weil ich keinen separaten Vorbereitungsraum für die einzelnen Zutaten hatte.“

Für neue Ideen ist der junge Gastwirt immer aufgeschlossen. Mit Veranstaltungen unterschiedlichster Art sollten Gäste angelockt werden. Da es sich anfangs aber meistens um Jugendliche handelte, waren Zivilstreifen der Polizei schnell zur Stelle, um minutengenau auf die Einhaltung des Jugendschutzes zu achten. Aber auch diese Probleme hat Sill in den Griff bekommen. „Heute bringen die unter 16-Jährigen einfach eine Bescheinigung der Eltern mit und können dann in Begleitung eines anderen Erwachsenen auch länger feiern.“ Verstärkt sollen in Zukunft auch Veranstaltungen für ein älteres Publikums angeboten werden.

Gut 30.000 Euro umfasst das Investitionsvolumen bis heute. Die neueste Errungenschaft im „Biscaba“: Im hinteren Bereich der Gaststätte wurde eine kleine Bar eingerichtet, in der mehr als 50 Cocktails gemixt werden.

Auch im dritten Jahr des Bestehens der Ich-AG will Matthias Sill seine Unternehmen weiter ausbauen, wobei dann die Zuschüsse der Agentur für Arbeit auf den niedrigsten Stand sinken werden. Vielleicht klappt es trotzdem mit einem neuen Vorhaben: „Eine Discothek im Ort könnte mir schon gefallen.“


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