Rauchverbot
DEHOGA Bremen: "Vernichtungsfeldzug gegen kleine Gastronomen"
von Thomas Klaus
BREMEN. Thomas Schlüter, Hauptgeschäftsführer des DEHOGA im Land Bremen, ist für markige Worte bekannt. Und diese fand er auch bei der jüngsten Generalversammlung des Verbandes im Musical-Theater der Hansestadt. Dort attackierte Schlüter diejenigen Politiker, die die rauchenden Gäste nach wie vor in die Zange nähmen: „Die Politik setzt ihren Vernichtungsfeldzug gegen Raucher und Einraum-Kneipiers fort." Es sei „regelrecht zynisch", dass in den Einraum-Kneipen nur noch Brezeln und Chips als „Speisen" verkauft werden dürften, so Schlüter.
Der strikte Kurs gegen rauchende Gäste sei um so bedauerlicher, weil nicht wenige Besitzer von kleinen Kneipen früher arbeitslos oder Hartz-IV-Empfänger gewesen seien. Die hätten sich gerade aus ihrer Abhängigkeit vom Staat befreit und würden in eine wirtschaftliche Existenzkrise getrieben, und zwar vom Staat.
Die Hoffnung von Thomas Schlüter ruht auf dem Land Niedersachsen. Beim großen bremischen Nachbarn fällt womöglich demnächst das Rauchverbot für geschlossene Gesellschaften. Dann müsste Bremen reagieren und die gesetzlichen Bestimmungen lockern, meint der DEHOGA-Hauptgeschäftsführer.
In seinem Geschäftsbericht ging Thomas Schlüter schwerpunktmäßig auf die reduzierten Mehrwertsteuer-Sätze für die Hotellerie ein. Dieser Beschluss der Politik ist für den Hauptgeschäftsführer ein „Etappensieg" - nicht mehr und nicht weniger. Der DEHOGA werde am Ball bleiben und weiter Druck machen, damit auch die Gastronomie bald von der Sieben-Prozent-Regelung profitieren könne. Nach Schlüters Auffassung ist nun die Hotellerie gefragt, die investieren und Arbeitsplätze schaffen müsse. Nur so könnte auch die Gastronomie in absehbarer Zeit in die Mehrwertsteuer-Regelung einbezogen werden.

