Hamburg
Den Nachwuchs fördern
Die „Markthalle“ gibt Nachwuchsmusikern eine Chance / Ohne Gastronomie keine Livemusik
HAMBURG. Wahre Musikfans brauchen wenig: Einen Tresen, gepolsterte Bierkästen und Jalousien zum Abtrennen des Raumes vom Foyer der Markthalle. In der Astra Lounge mit 40 Plätzen trifft sich meist junges Publikum vor den Konzerten im Musikzentrum am Hamburger Hauptbahnhof.
Rund 16.000 Bands haben seit der Eröffnung im Jahr 1977 in der Markthalle gespielt. Doch die Zeiten sind nach Angaben von Geschäftsführer Wolfgang Landt härter geworden: „Ohne die Gastronomie würde es die vielfältige Musikszene in Hamburg nicht mehr geben“, fügt er hinzu.
Fabrik, Logoein Markenelement in Bildoder Schriftform , wobei zwischen Wortbildmarken/ Schriftlogos , Bildmarken/Bildlogos und Emblemen/Charakteren unterschieden werden kann.
weiter mit Mausklick..., Knust, Grünspan, Planet Subotnik – in kaum einer anderen Stadt gibt es soviele Musikklubs wie in Hamburg. Vorbei die Zeiten, in denen Plattenfirmen die Markthalle mit ihren geladenen Gästen füllten. Der Getränkeausschank und der Verkauf von Snacks ist für die Existenz des Musikzentrums lebenswichtig: „Heute müssen die Bands ihre KostenDer in Geldeinheiten bewertete Verbrauch von Produktionsfaktoren und Dienstleistungen, der zur Erstellung und zum Absatz der betrieblichen Leistung erforderlich ist.
weiter mit Mausklick... selbst einspielen“, sagt Landt.
Der ehemalige Bild-Musikredakteur ist seit 1979 Geschäftsführer der Markthalle. „Ursprünglich wollte ich nur vier oder fünf Jahre bleiben“, sagt er. Aber als das Kommunikationszentrum Anfang der 80er-Jahre kurz vor dem Aus stand, habe er seinen vollen Einsatz gegeben, um das Haus zu retten. Rund 300 Veranstaltungen gibt es in der Markthalle pro Jahr – der größte Teil sind Live-Konzerte. Etwa20 mal pro Jahr verwandelt sich das Kommunikationszentrum in eine Disco – „um Geld damit zu verdienen“, sagt Landt. Lesungen und Filmabende, Messen und Partys runden das Angebot ab. Mit bis zu 700 Sitzplätzen kann die Halle bestuhlt werden. Bis zu 1100 Besucher können den Konzerten stehend lauschen.
Das 1914 erbaute Gebäude diente zunächst als Markthalle für Blumen und Gemüse, später als Sacklager der Post. Mit einem Konzert der Krautrockgruppe „Embryo“ wurde die Halle 1977 als Konzertsaal eröffnet. Später nutzen auch ein Programmkino und ein Theater den großen Saal des Zentrums.
Außer in der Astra-Lounge können sich die Gäste an einem Imbiss im Foyer versorgen. „Bei bekannteren Bands arbeiten wir auch mit Caterern zusammen“, fügt Landt hinzu.
Einen Schwerpunkt seiner Arbeit sieht Landt in der Nachwuchsförderung. Mehrmals pro Jahr veranstaltet er Bandbattles in seinem Haus, bei denen Nachwuchsbands um die Gunst des Publikums buhlen. Landt: „Die jungen Musiker müssen die Möglichkeit bekommen, öffentlich aufzutreten.“ Helmut Heigert
