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Ein Team, das immer für seine Gäste da ist: Rainer Hornig, Ehefrau Maritta und Koch Detlef Rieck (M.). Foto: Schwittay

Brandenburg

Den Quereinstieg nie bereut

Der ehemalige Lokführer Rainer Hornig betreibt seit 10 Jahren das Restaurant Am Hafen / Viele Stammkunden

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2004/32 vom 7. August 2004

WITTENBERGE (ec). Für Rainer Hornig war es wohl das schönste Geschenk, das er zu seinem 60. Geburtstag bekam. Der gelernte Lokführer durfte im Cockpit eines ICE als „Beifahrer“ Platz nehmen. Die Idee zu diesem Geschenk hatte die Tochter. Hornig ist neben seinem Kollegen Hermann Thelen einer der dienstältesten Gastronomen in der Elbestadt. Mit Ehefrau Maritta gehört ihm seit nunmehr 10 Jahren das Restaurant „Am Hafen“.

Wie der Name schon sagt, liegt dieses familiär geführte Haus in unmittelbarer Nähe des Hafens und dieser Umstand macht sich natürlich auch auf der Karte bemerkbar. Fisch (Leseprobe und weitere Informationen zum Buch "Fisch") in vielerlei Variationen ist beim Rainer Hornig nicht mehr von den Tellern wegzudenken. Für Rainer Hornig war die Gastronomie nie ein Fremdwort. Der Vater führte von 1955 bis 1960 den „Goldenen Anker“, dem Onkel gehörte das „Germania“ in Wittenberge und die Großeltern betrieben in Braunschweig schon eine Bahnhofsgaststätte.

20 Jahre lang war die Bahn das Zuhause von Rainer Hornig. Dann packte ihn zusammen mit seiner Ehefrau der Gedanke, „ob wir nicht mal was anderes machen könnten?“ Gesagt, getan, man wechselte in die Gastronomie. Ein Arbeitsplatz als Kellner wurde ihnen in der vom Konsum betriebenen Gaststätte „Elbterrasse“ geboten. Nebenbei erwarben sie noch in der Erwachsenqualifikation den Berufsabschluss. Eine weitere Station für die beiden war die Bar im „Hotel Germania“, ehe sie 1985 den Ratskeller direkt unter dem Rathaus übernahmen. 9 Jahre über die Wende hinaus war das renommierte Haus in Wittenberge ihr Arbeitsplatz. Überhöhte Forderungen der Stadt in Sachen Pacht zwangen ihn allerdings zur Aufgabe. Und so fasste Rainer Hornig mit 50 Jahren noch einmal den Entschluss sich mit einem eigenen Objekt selbstständig zu machen. Zum gleichen Zeitpunkt hatte ein Wittenberger die Gaststätte „Am Hafen“ umgebaut, wollte sie aber nicht selbst betreiben. Und so entschlossen sich die Hornigs das Lokal zu kaufen und es in Eigenregie weiter zu führen. „Kein leichter Schritt“, wie der heute 60-jährige bestätigt, „aber es war für uns eben eine Herausforderung.“

10 Jahre später hat er den Schritt nicht bereut und sich ein beständigen großen Stammkundenkreis aufgebaut. Koch Detlef Rieck ist Herr Töpfe und Pfannen. Gutbürgerlich ist sein Arrangement und gemütlich das Restaurant mit seinen an Schifffahrt und Eisenbahn erinnernden Wandmalereien. 50 Plätze gibt es und bei Sonnenschein können sich unter Bäumen im kleinen Biergarten noch einmal 35 Gäste wohlfühlen. Etwas Sorge bereitet dem Gastwirt allerdings die Nachfolge. Sohn und Tochter haben andere Berufe gewählt. „So wird mir, wenn ich mich in 2 Jahren zur Ruhe setzen möchte, wohl nichts anderes übrig bleiben als zu verkaufen.“

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