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An frühere Glanzzeiten wollen die neuen Pächter des künftigen Hotel-Restaurants Bavaria anknüpfen. Foto: Bailer

Baden-Württemberg

Der Bayerische Hof heisst jetzt Bavaria

Neue Pächter wollen deftige weiß-blaue Küche im Baden-Badener Traditionshaus auftischen

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2005/30 vom 30. Juli 2005

BADEN-BADEN Mit neuen Pächtern startet das bisherige Hotel-Restaurant Bayerischer Hof einen Neuanfang. Vorausgegangen ist eine umfassende Sanierung des Restaurants und der jetzt hellen und freundlichen 37 Zimmer mit 66 Betten, aber auch der Außenfassade. Äußeres Zeichen für die künftige Marschrichtung ist der leicht veränderte Name, heißt doch das 1825 von einem Bierbrauer gegründete Haus künftig „Bavaria“.

Schon vor Jahren war das teilweise heruntergewirtschaftete Areal von drei kurstädtischen Investoren, darunter Wolfgang Grenke, Chef der gleichnamigen Leasing AG, erworben worden. Nach wiederholter Nutzungsänderung war zuletzt ein thailändisches Lokal in den Räumen beheimatet. Für viele Baden-Badener ein krasser Stilbruch zum offiziell beibehaltendem Namen.

Dem Eigentümer-Trio ist es nun jüngst gelungen, mit Fred Puhlmann und Roland Iwangoff zwei Pächter zu finden, die eine deftige bayerische und regionale Küche bei einem „guten Preis-Leistungs-Verhältnis“ versprechen. Beide sind keine gastronomischen Laien, betreiben sie doch in Bretten das über die Grenzen der Stadt hinaus bekannte Brauhaus.

Ein Blick auf die Speisekarte bestätigt übrigens die Ankündigung der Pächter: Gerichte ohne Kapriolen mit Schwerpunkt Bayern, zu Preisen, die in der Kurstadt an der Oos als vergleichsweise „vernünftig“ gelten. Weniger für Hartz-IV-Empfänger, aber der Eindruck, dass im Bavaria Tagungsgäste abgezockt werden, entsteht mit Sicherheit nicht.

Wiederbelebt werden soll übrigens in dem direkt gegenüber dem Festspielhaus gelegenen 3-Sterne-Hotel eine den älteren Einheimischen bekannte Institution: In den ebenfalls sanierten Kellerräumen soll der legendäre Pit`s Club zu neuem Leben erweckt werden, der auf den Namen des jetzigen Gagarin-Pächters Pit Fiolka zurück geht. Fiolka war es in den 1970er Jahren gelungen, den romantischen Keller zu einem nächtlichen Treffpunkt für auf der Funkhöhe weilende Stars und Sternchen zu machen. Jetziges Ziel ist es, unter dem Hotel einen Gästemagneten „mit gehobenem Niveau“ zu etablieren. In den Gründerjahren es 19. Jahrhunderts war die Herberge übrigens eine beliebte Einrichtung für die Einwohner, damals noch unter Zum grünen Berg firmierend. Besonders beliebt war in den Sommermonaten der schattige Biergarten. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte jedoch ein Niedergang ein, vorwiegend durch wiederholten Pächterwechsel und weil die Eigentümer kein Geld mehr investierten. 1994 erfolgte dann der Verkauf an die heutigen Besitzer.

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