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Regional & Lokal

Der Gastronom

Christian Winklhofer

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2008/26 vom 28. Juni 2008
 Karin Gabler

Als Österreich gegen Deutschland spielte, schlugen in der Brust des Hofer-Wirts in der Münchner Innenstadt zwei Herzen: Christian Winklhofer ist nämlich ein in München geborener Österreicher. Wem sollte er also die Daumen drücken, als er mit den Gästen in seinem Wirtshaus die Entscheidung verfolgte? Wohl beiden, denn der 36-Jährige setzt schließlich auch kulinarisch auf diese Mischung. „Die Münchnerische und die österreichische Küche sind sich ja ein wenig ähnlich“ meint er. Und so gibt es im Hofer – Der Stadtwirt Leberkäs und Schweinsbraten ebenso wie Fritattensuppe und Marillenknödel.

Eigentlich wollte Christian Winklhofer gar kein Gastwirt werden, obwohl seine Eltern Christine und Toni Winklhofer mit Peter Wieser den Ratskeller führen. Auch der Opa war schon Wirt in München gewesen. Christian Winklhofer jedoch studierte und promovierte in Biochemie. „Ich hab aber bald gemerkt, dass Forschung und Bürotätigkeit doch nicht das Richtige für mich sind“, erzählt er. Daher arbeitete er nach erfolgreichem Studienabschluss ein Jahr bei seinen Eltern im Ratskeller. Und als sich 2002 die Gelegenheit bot, das Wirtshaus in dem jahrhundertealten Bürgerhaus in der Burgstrasse zu übernehmen, wagte er den Neustart. Im ersten Jahr habe er so viel gelernt wie nie zuvor in seinem Leben. „Und viel Lehrgeld zahlen müssen“.

Heute jedoch ist er gerne Gastgeber. Er findet es „nur schade, dass die Welt heute so beschleunigt ist und die Gäste keine Zeit mehr zum Geniessen haben“. Es stört ihn, dass „sie immer alles sofort haben wollen“. So sagt er oft selbst zu seinen Mitarbeitern: „A bisserl Gas geben.“ Davon nimmt er sich selbst nicht aus. Schließlich serviert er auch mit. Das ist für ihn die beste Art, mit den Gästen einen persönlichen Kontakt aufzubauen. Vielleicht tritt sein sieben Monate alter Sohn mal direkt in seine Fußstapfen? „Das mach ich wie meine Eltern, das darf er ganz für sich selbst entscheiden.“

Karin Gabler


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