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Ort der Jubelfeier: Die Zeche Zollverein ist heute die Top-Eventlocation in EssenFoto: Eisenschink

Nordrhein-Westfalen

Der „Pott“ jubelt und kocht aus Vorfreude

Essen ist Kulturhauptstadt 2010: Gastgewerbe im gesamten Ruhrgebiet wittert Morgenluft

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2006/16 vom 22. April 2006
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ESSEN „Jaaaa – geschafft“, so und ähnlich bejubelten die Menschen im gesamten Ruhrgebiet die Meldung, dass Essen Kulturhauptstadt Europas 2010 wird. Auch Hotellerie und Gastronomie im gesamten Ruhrgebiet sehen einen neuen Silberstreif am Horizont. Die Ruhrmetropole wird nicht allein dem Anspruch dieses Titels gerecht werden. Elf Städte und vier Kreise im „Pott“ mit insgesamt 5,5 Mio. Einwohnern sind daran beteiligt. Ein Euro-Regen von zunächst 48 Mio. wird auf die ehemalige Industrie-Region zukommen. Wenn sich ausreichend Sponsoren beteiligen soll die Summe sogar auf 78 Mio. Euro steigen.

Bei der großen Jubelfeier im Weltkulturerbe Zeche Zollverein klangen bereits die Gläser. Auch Mitglieder der jungen Köche-Vereinigung FCRuhrgebiet stießen mit an. Holger Stromberg, Stefan Manier, Thomas Friedrich hatten am 11. April zur „Zweiten Halbzeit“ in das Gasthaus des Duisburger Kollegen Dirk Brendel eingeladen. Diese Küchenparty war der zweite Auftritt ihrer „Food ist unser Leben“-Tour . Die 13 jungen Köche und Gastronomen wollen mit gemeinsamen Aktionen die Entwicklung des Reviers auf kulinarischer Ebene fördern.

„Der Name unserer Stadt wird unser Versprechen sein“, freut sich Berthold Bühler, der Eigentümer des 2-Sterne-Restaurants Résidence in Essen-Kettwig über die Wahl seiner Heimatstadt. Bühler hat gemeinsam mit seinem Küchenchef Henri Bach bereits ein Menü ersonnen, mit dem er „essen in Essen“ kulinarisch umsetzt. Die Gänge sind nach kulturellen Highlights der Stadt wie Villa Hügel und Folkwang-Museum benannt.

Im benachbarten Bochum freut sich die Hotellerie auf den neuen Schub in Richtung Strukturwandel der Stahl-und Kohleregion zur Dienstleistungs- und Freizeitlandschaft. Dominika Rudnick, Verkaufsleiterin für die Marriott-Hotels in Bochum und Gelsenkirchen: „Wir erwarten einen absoluten Imagewandel durch Kultur. Europa wird auf das Ruhrgebiet schauen. Viele Besucher werden herkommen, um das riesige Kulturangebot zu erleben – und hoffentlich auch übernachten.“

Peter B. Kuntze, Direktor des 5-Sterne-Hotels Sheraton Essen, kam vor über 20 Jahren ins Revier und kämpft seitdem für die Verbesserung des Images: „Mit dem Tourismusgeschäft tun wir uns ja immer noch schwer. Ich hoffe, dass nun auch in südlichen Gefilden der Strukturwandel bekannter wird“. Ein Pfund mit dem noch zu wenig gewuchert werde, sei das in Europa einzigartige geballte Angebot an Kultur jeder Art, findet Kuntze.

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