Brandenburg
Deutschlands nördlichster Weinberg
Im Jahr 2005 will Werner Kothe seinen ersten Wein im uckermärkischen Annenwalde ernten
ANNENWALDE (ec). Einen besonderen Geschmack hatte Werner Kothe schon immer. Wenn es allerdings um Wein geht, dann gönnt sich der 58-Jährige gern einen guten Tropfen. Und den will er in Zukunft nicht mehr im Geschäft kaufen, sondern aus eigener Herstellung genießen. Und vielleicht kommt er mit seiner Idee sogar ins Buch der Rekorde. Denn auf der Anbaufläche im uckermärkischen Annenwalde soll nach seinen Vorstellungen Deutschlands nördlichster Weinberg entstehen.
Bis es allerdings so weit ist und die ersten Flaschen aufgezogen werden können, wird es noch einige Zeit dauern. Denn erst 2005 rechnet der angehende Weinbauer damit, das seine Arbeiten Früchte tragen und die Reben einen vorzüglichen Wein entstehen lassen. Ein Jahr später könnte dann schon die erste Flasche entkorkt und der rote Rebensaft verkostet werden.
560 Rebstöcke der als sehr widerstandsfähig geltenden Sorte „Regent“ hat er für sein Vorhaben geordert. Beratend zur Seite stand ihm der Präsident des Anbaugebietes Saale-Unstrut. „Der hat sich die Sache vor Ort angeschaut, den Boden begutachtet und dann gesagt, dass die südliche Hanglage und das gute Klima in der Uckermark bestimmt einen guten Wein entstehen lassen würden. Und sollte es wirklich einmal kälter werden, vielleicht gibt es dann sogar einen Eiswein“, scherzt Werner Kothe. Geschichtlich belegt ist, dass in der Region Nordbrandenburg bereits zu früheren Zeiten Wein angebaut wurde.
Eine Vielzahl an bürokratischen Hürden für den Anbau auf einer 1400 Quadratmeter großen Hangfläche auf dem ehemaligen Gutspark von Annenwalde hat Werner Kothe bereits genommen. Glück hatte er zudem mit der Entscheidung der Europäischen Union, in Deutschland zusätzliche Weinanbauflächen zu genehmigen. So kann er sogar noch mit Fördermitteln rechnen, „die mir sehr willkommen sind“.
Als Weinbauer will sich der Bildhauer jedoch nicht ausschließlich seinen Lebensunterhalt verdienen. Das Gutsgelände, auf dem der Weinberg entstehen soll, gehört dem Förderverein Glashütte Annenwalde, der sich die Wiederbelegung alter Traditionen zum Ziel gesetzt hat. Mit Kothes Galerie „Waldhus“ ist mittlerweile eine Kunstadresse in einer abgeschiedenen Gegend entstanden.
Als in dem kleinen Ort vor 8 Jahren die ehemalige Gaststätte Dorfkrug zum Verkauf angeboten wurde, griffen Werner Kothe und Ehefrau Christa zu. Erst pachteten sie das Objekt, ein Jahr später wurde es gekauft. Früher dienten die angrenzenden Gebäude Kindern als Sommerferienlager. Nach der Übernahme durch die Kothes wurden die Einrichtungen zu gemütlichen Pensionzimmern umgebaut. Es entstanden 12 Zimmer und ein Appartement. Der Gastraum erhielt die künstlerische Handschrift des Hausherren, ein Biergarten entstand, und im Saal kann gemütlich gefeiert werden. Gleichzeitig erfolgte eine Umbenennung in Landgasthaus „Kleine Schorfheide“. Eine ausgezeichnete regionale Küche präsentiert Küchenchefin Kerstin Dankert ihren Gästen.
Direkt neben dem Weinberg entsteht ein 4 Hektar großer Park, der nach den Ideen von Werner Kothe angelegt wird. „Viel Arbeit ist da noch zu erledigen“, gesteht der Bildhauer. Seit Ende des Krieges wurde das Areal nicht mehr genutzt. Entstehen soll eine Art europäischer Garten mit einer Vielfalt an Gewächsen. Natürlich werden daneben auch künstlerische Aspekte das Gesamtbild des Parks prägen. Die Besucher sollen bereits im kommenden Jahr zur 250-Jahr-Feier von Annenwalde das Prunkstück in ganzer Breite betrachten und begehen können.
Auf einer „historischen Ecke“ hat sich Ehefrau Christa niedergelassen. Seit Anfang Mai ist sie neue Pächterin des Seehotels Lindenhof in Lychen. Das Haus mit 12 Zimmern steht auf einer 30
