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Bleibt standhaft: BHG-Präsident Siegfried Gallus

© Karin Gabler

Bayern

Dicke Luft in München

Kontrovers diskutiertes Rauchverbot beim BHG / Gallus bleibt bei seiner Forderung – trotz des Protests der Wiesnwirte

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2006/51 vom 23. Dezember 2006
 Karin Gabler

MÜNCHEN. Die Forderung des neuen BHG-Präsidiums nach einem generellen Rauchverbot in der Gastronomie hat für heftige Kritik gesorgt. In München kam es sogar zu spontanen Austritten von Verbandsmitgliedern. Bei der lange zuvor anberaumten Pressekonferenz kam das eigentlich angesetzte Thema – die „strategische Neuausrichtung des Bayerischen Gastgewerbes“ – gar nicht erst zur Sprache. Die Veranstaltung war dominiert von der aktuellen Kontroverse.

Siegfried Gallus blieb bei seiner Forderung, auch die Wiesnzelte von einem generellen Rauchverbot nicht auszunehmen. „Wir stellen uns nicht gegen die Wiesnwirte“, sagte er, „es geht uns nur um Chancengleichheit.“ Damit meint der neue Verbandspräsident, dass kleinere Gaststätten oft keine räumliche Möglichkeit hätten, Raucher- und Nichtraucherräume einzurichten. Letztlich sei es schwer, einen klaren Unterschied zwischen einem Wiesn-, Wein- oder Discozelt zu machen. Zudem sei es, wie Vorstandsmitglied Jutta Griess betonte, nicht Sache des BHG, das Raucher-/Nichtrauchergesetz zu regeln. Als „gesellschaftliches Thema“ sei es vielmehr eine Aufgabe der Politik.

Eben diese Einmischung in das schwebende Entscheidungsverfahren der Politiker hat die Münchner Wiesnwirte, allen voran den mittlerweile aus dem Verband ausgetretenen Toni Roiderer, besonders verärgert. Wenn selbst der bayerische Ministerpräsident Stoiber für lockerere Bedingungen auf der Wiesn plädiere, „weshalb dann dieser vorauseilende Gehorsam“, sagte der Sprecher der Wiesnwirte der AHGZ.

Das BHG-Präsidium dagegen verteidigte seinen Vorstoß „als bewusstes Signal nach Berlin, damit endlich gehandelt wird“. Letztlich gehe es auch um den Schutz der Mitarbeiter. Außerdem seien nach einer Umfrage des BHG im September 2006 immerhin 41 Prozent der bayerischen Wirte für ein striktes Rauchverbot gewesen, „nur“ 31 Prozent wollten lieber ein eingeschränktes Verbot.

Unabhängig von diesem Pro und Contra herrscht jetzt intern beim BHG richtig dicke Luft. Vor allem wegen des Alleingangs des neuen Präsidenten: Die heftige Kritik seitens der Wirte – und zwar nicht nur der Wiesnwirte – betrifft insbesondere die Tatsache, dass das 14-köpfige neue Präsidium mit keinem der Mitglieder gesprochen habe, bevor man mit dieser Forderung an die Öffentlichkeit ging. Dazu meinte Gallus, dass der Beschluss des Präsidiums genüge. Im Übrigen sei er Präsident für ganz Bayern, also nicht nur für München und die Wiesnwirte. Er hoffe allerdings, in Ehrenpräsident Hagn einen Vermittler bei den Münchner Wirten zu finden, was dieser mittlerweile als schwierig bezeichnet hat. Karin Gabler


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