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Die erste Trinkstube der Stadt
Früher Bürgerhof, heute Excelsior: Das Hotel in Erfurt feiert seinen 100. Geburtstag. Tage der offenen Tür locken Besucher.
ERFURT. Ein Gelbe Fassade und hohe schmale Erkerfenster – hinter der Jugendstilfassade verbirgt sich das Best Western Hotel Excelsior. Das Erfurter Hotel feiert in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag.
Mit einem Wochenende der offenen Tür (siehe Kasten) möchte Hotelleiterin Ines Wilczak die Erfurter Bürger in das Hotel locken. „Viele kennen das Haus noch aus DDR-Zeiten“, erzählt Verkaufsleiterin Juliane Agatha. „Nach der Wende haben wir das Hotel komplett umgebaut.“ Das Restaurant und die Rezeption wurden vom Erdgeschoss in den ersten Stock des Hauses verlagert.
Im Februar 1994 eröffnete das Hotel mit vier Sternen und unter der Best Western Flagge als Hotel Excelsior. Eigentümerin ist die Hotel- und Grundstücksgesellschaft OHG in Berlin. Heute gehören 77 Zimmer, das Restaurant Zum Bürgerhof mit einer Showküche, zwei Konferenzräume und ein Sauna- und Fitnessbereich zum 4-Sterne-Hotel in der Bahnhofstraße.
Umbau nach der Wende
Das Hotel Excelsior hat seine eigenene Geschichte und gehört zur Geschichte der thüringischen Landeshauptstadt. Am 7. Mai 1908 öffnete das Hotel mit dem Namen Hotel Bürgerhof zum ersten Mal seinen Türen. 30 Zimmer, ein Restaurant und eine Konditorei gehörten zum Hotel.
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Außerdem konnten sich die Gäste in einem Wiener Café, einem Billardzimmer und einem Brunnenraum entspannen.
Über die Jahre vergrößerte sich das Hotel. 1934 zählte es schon 100 Zimmer, die mit Telefon, fließendem kalten und warmem Wasser ausgestattet waren. Auch ein Fahrstuhl, mehrere Sitzungsräume, ein Restaurant und ein Weinlokal kamen hinzu.
1960 wurde der Bürgerhof komplett renoviert und modernisiert. Zur Internationalen Gartenschau 1961 in Erfurt sollte es in neuem Glanz erstrahlen. Dabei wurde der Brunnenraum zu einer Gaststätte umgestaltet, die am Tag Milchbar und Café war und am Abend zum Tanzlokal wurde. Außerdem entstand ein Konferenzraum mit Platz für 15 Personen und ein Festsaal für 500 Gäste. 1977 wurde eine neue Eingangshalle mit Glasdach und ein Personalaufzug geschaffen, um die Klassifizierung als 2-Sterne-Hotel zu erhalten. Die Geschichte des Hauses reicht aber noch weiter zurück. Bereits im Jahr 1716 beherbergte es die „erste Trinkstube“. In ihr versorgte der kaiserliche Händler Adrian Schmidt die Truppen der Armee mit Lebensmitteln. Später diente das Haus als Quartier für eine Backstube und eine Bierbrauerei mit Ausschank.
Bürger an früher erinnern
Seit der Wiedervereinigung übernachten von montags bis freitags vor allem Geschäftsleute und Bahnreisende im Hotel Excelsior. „Am Wochenende haben wir auch Touristen und Reisegruppen zu Gast“, sagt Verkaufsleiterin Juliane Agatha.
Mit dem Wochenende der offenen Tür möchte Hotelleiterin Ines Wilczak auch die Erfurter auf ihr Haus aufmerksam machen. Mit Fotos und Gerichten wie Soljanka, Würzfleisch und Letscho möchte sie an frühere Zeiten erinnern. Stefanie Reinhardt


