Baden-Württemberg
Die Familie als starker Halt
In das Löwensteiner Lamm ist nach dem Tod des Patrons die junge Generation eingestiegen
von Rudi Fritz
LÖWENSTEIN. In der fünften Generation seit 1842 wird der Gasthof Lamm von der Familie Assenheimer geführt. Das Stammhaus war, wie fast der ganze Ort, im Zweiten Weltkrieg von Bomben zerstört worden. Aus Schutt und Asche baute es Herbert Assenheimer wieder auf, und bald war das Lamm so etwas wie das Herzstück von Löwenstein. Herbert Assenheimers Sohn Otto, 1952 geboren, verstarb 2005 überraschend im Alter von nur 53 Jahren. Zusammen mit seiner Frau Edelgard und lange Jahre auch mit Hilfe seiner Schwester Monika im Service hatte Otto Assenheimer das Lamm zu einer der Adressen gemacht, wo man einfach hinging.
Sein Erfolgsrezept, das er mit Konsequenz über alle modischen Trends hinweg verfolgte, war ebenso einfach wie auch schwer: Eine gute Küche aus besten regionalen Zutaten, ohne Mätzchen der Tradition verbunden, aber auch Neuerungen nicht abgeneigt, kulinarischen Modetrends gegenüber aber eher skeptisch. Darüber- hinaus engagierte er sich für seinen Berufsstand und für den Tourismus in seiner Heimatgemeinde.
Otto Assenheimer war gelernter Metzgermeister und Küchenchef, seine Frau Edelgard, nach verschiedenen Auslands-Stationen im Service bestens erfahren, hatte er in Murrhardt in der Sonne-Post, seiner Lehrstelle, kennengelernt. Aus der Verbindung gingen zwei Söhne hervor, Matthias (24 ) und Florian (22).
Für die Familie war klar: „Wir heißen Assenheimer, wir geben nicht auf!“ Florian Assenheimer musste dafür seine geliebte Stellung als Chefkoch des Offizierskasinos von Laupheim aufgeben und übernahm mit 20 Jahren das Küchenzepter. Sohn Matthias begann eine zweite Berufsausbildung als Hotelkaufmann und hilft bereits jetzt mit.
Gestärkt von ihren Söhnen und der Familie konnte es für Edelgard Assenheimer weitergehen. Ihr Ehrgeiz: „Wir haben einen gesunden Betrieb übernommen und ich werde einen gesunden Betrieb weitergeben.“ Florian Assenheimer wird sich allmählich aus dem Schatten seines Vaters lösen, seine eigene Handschrift entwickeln, unter Beibehaltung des Konzepts, für das das Lamm steht, wie er betont. Schon haben diverse Gastroführer darauf reagiert und dem jungen Mann Lob und Anerkennung gezollt. Rudi Fritz

