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Träumen ist erlaubt: Martina Henke und Marcel Emme hegen die Hoffnung, dass ihre Erfindung doch noch in Lizenzfertigung geht Foto: Uwe Wedler

Schleswig-Holstein

Die Frikadelle lässt hoffen

Eine Schnapsidee reift zum Patent: Zwei Gastronomen machen Labskaus grillfähig

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2008/3 vom 19. Januar 2008
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UTERSUM/FÖHR. Bei der Planung eines Grillabends im Restaurant Ual Pesel in Utersum auf Föhr tauchte plötzlich die Frage auf: Lässt sich Labskaus grillen? Ausgerechnet zwei gebürtige Niedersachsen entwickelten diese Idee: Martina Henke aus Hameln als Pächterin und Marcel Emme aus Wolfenbüttel als ihr Koch. Dem war Labskaus bekannt, schließlich hatte er mal bei der Marine gekocht. Zwar war der Wareneinsatz in der Probephase des gegrillten Labskaus vergleichsweise hoch, aber schließlich brutzelte sie auf dem Grill – die erste Labskausfrikadelle in der deutschen Geschichte.

Gute Stube der Nordfriesen

Das sagten jedenfalls ihre Entwickler und ließen sich das kulinarische Highlight als Gebrauchsmuster eintragen. Seither gibt es die Labskausfrikadelle nur im Ual Pesel in Utersum. Insgeheim träumen die beiden aber von Lizenzfertigung. Ansonsten ist „fast“ alles normal in dem kleinen Restaurant, das seinen Namen zu recht trägt: Der Pesel war bei den Nordfriesen die gute Stube, und weil sie schon ein wenig älter ist, ist es eben die alte, „ual“, gute Stube.

Martina Henke hat vor 10 Jahren ihre Arbeit in einem Labor an den Nagel gehängt und auf Föhr in der Gastronomie gejobbt, bis sie den Ual Pesel pachten konnte. Da traf es sich gut, dass ihr im Jahr 2006 mit Marcel Emme der Koch und Hotelbetriebswirt über den Weg lief. Der hatte im renommierten Kronprinz in Wolfenbüttel gelernt und es im Lauf seiner Karriere bis zum Koch im NATO-Hauptquartier in Belgien geschafft.

Die beiden Gastronomen beschreiben ihre aktuelle Küche als „innovative Hausmannskost“. Auch die Currywurst mit Pommes rot-weiß („Das geht in der Saison schon wegen der Kids nicht anders“) gehört dazu. Spezialität sind aber die Ual-Pesel-Schnitzel, nicht unter 200 Gramm, aber auch schon mal mit Feta und Oliven. Keine Inselküche ohne Fisch – der aber geht überwiegend an die Urlauber, hat Martina Henke festgestellt. Die Insulaner selber stehen eher auf Steaks – und die haben im Ual Pesel schon mal 400 Gramm – „da sind die Insulaner nicht bange“. Uwe Wedler

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