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Röstfrisch aus Sassnitz: Alik Kunze in seiner Ladenrösterei

Bernhard Mehnke

Mecklenburg-Vorpommern

Die Mischung macht’s

Die kleine Privatrösterei „Ostseekaffe“ beliefert Gastronomen, Einheimische und Touristen

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2007/11 vom 17. März 2007

SASSNITZ. Bevor Kaffee über die Zunge geht, riecht man ihn. Im Hafen der Kleinstadt Sassnitz auf Rügen riecht es neuerdings nach frisch geröstetem Kaffee. Den Duft der großen weiten Kaffee-Welt hat Alik Kunze auf die größte deutsche Urlaubsinsel gebracht. Der 37-jährige Wahlrüganer hat im ehemaligen Fischereihafen die erste Kaffeerösterei auf Rügen gegründet (Interview auf dieser Seite).

„Ostseekaffee“ nennt sich seine kleine Ladenrösterei mit Kaffeetheke und Ausschank. Acht sortenreine Kaffees und einen entkoffeinierten aus Kolumbien hat der ehemalige Versicherungskaufmann im Angebot. Außerdem kreierte der Röstmeister vier eigene Mischungen: einen Espresso sowie die Rügener, Sassnitzer und Binzer Mischung. Rezept geheim. Nur soviel verrät Alik Kunze: „Der Sassnitzer und der Binzer sind milde Frühstückskaffees. Die Rügener Mischung ist dagegen kräftig und bestens am Nachmittag zum Kuchen geeignet.“

Seine Kunden –Touristen, Insulaner und Gastronomen – können sich von Qualität und Geschmack der einzelnen Sorten und Mischungen gleich vor Ort an der Kaffeebar überzeugen. „Genuss in der Tasse sehe ich als meine Aufgabe“, sagt er. „In unserer Rösterei wird nicht nur ein hochwertiges ProduktBezeichnung für am Markt angebotene Wirtschaftsgüter .
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hergestellt, sondern auch ein sehr individuelles.“ Mit Rat und Tat stehen er und seine Partnerin Simone Wobisch (26) den Kunden zur Seite. Sie erklären nicht nur den Röstprozess, bei dem aus den rohen grünen in rund 15 Minuten schmackhafte braune Bohnen werden.

„Je nach Sorte wird bei einer Temperatur von 180 bis 210 Grad Celsius geröstet. Dabei entstehen bis zu 1000 Aromastoffe.“ Soll der Kaffee kräftig und würzig sein, empfiehlt Kunze zum Beispiel Kenia. Mild und säurearm ist dagegen die brasilianische Bohne. Und da aktuell Kaffee mit Schuss beliebt ist, steht auf der Theke eine ganze Palette von Zusatzaromen für Mixturen bereit. Was alles mit Kaffee möglich ist, demonstriert er ganz praktisch besonders seiner Hauptzielgruppe, den Gastronomen der Insel.

Der Privatröster kooperiert zudem mit einem namhaften Hersteller von Kaffeemaschinen. So kann er auch zeigen, dass seine eigenen Sorten für gängige Automaten bestens geeignet sind. Sowohl im Mengengeschäft als auch für individuelle Aufbrühungen. Mit diesem Konzept hofft Kunze, dass seine hochwertigen Kaffees, die teurer als Supermarktware sind, schnell breiten Anklang in der lokalen Gastronomie finden. Von der bisherigen Resonanz ist er jedenfalls positiv überrascht.

Renner seien, so Kunze, die Eigenkreationen Rügener und Sassnitzer Mischung. Die Rohware bezieht er von Hamburger Importeuren. Deren Preise für die Säcke schwanken täglich. „Seit meiner Eröffnung sind sie schon zweimal gestiegen.“ Trotzdem bleibe er bei seinen moderaten Preisen, auch um konkurrenzfähig gegenüber den Großen der Branche zu sein.

Einige Stammkunden hat Privatröster Kunze schon gewonnen. Weitere werden dazu kommen, ist sich Kunze sicher und baut vor: eine größere Röstmaschine hat er bereits bestellt.

Bernhard Mehnke

www.ostseekaffee.de

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