Berlin
Drei G-Sterne für das „La Garde“
Klassifizierung erstmals für Wirtshäuser und Pensionen mit bis zu 20 Zimmern/Rund 50 weitere Häuser sollen bewertet werden
von Udo Rößling
BERLIN Mitte August war es soweit: Susanne Rathgeb nahm aus den Händen von Hans Eilers, Vizepräsident Hotellerie des Hotel- und Gaststättenverbands Berlin und Umgebung e. V., sowie von HoGa-Hauptgeschäftsführer Peter Vogl die Tafel mit den drei Sternen entgegen. Das Besondere daran: Den drei Sternen ist ein „G“ vorangestellt, was für Gast- und Wirtshäuser sowie Pensionen steht, die bis zu 20 Zimmern zählen. Gastfreundliche Häuser, die bisher keiner Möglichkeit besaßen, sich zertifizieren zu lassen.
Mit der „G-Klassifizierung“, die seit 1. Juli auf Antrag und nach Prüfung möglich ist, hat man für die kleinen Herbergen eine glückliche Lösung gefunden. So empfindet es Susanne Rathgeb. Ist es doch ihr „Haus La Garde“, das als erste Berliner Institution zertifiziert wurde. Mindestens 190 Punkte musste ihr Haus erreichen, bewertet wurde es mit 225. In der Bel-
etage der seit 1938 in Familienbesitz befindlichen Villa im Grunewald sind der Frühstücksraum sowie die vier Gästezimmer (2 Einzel- und 2 Doppelzimmer) gelegen. Komfortabel ausgestattet, mit allem, was der Gast so braucht – vom Telefon über TV mit DVD-Player bis hin zur attraktiven Zimmer- und Badausstattung.
Von der ITB bis Ende Oktober und dann zur Weihnachtszeit ist die Villa, die von einem wunderschönen Garten mit Teich, Sitz- und auch Liegemöglichkeit umgeben ist, ausgebucht. „Naja“, so die Inhaberin, „im Januar wird dann alles wieder neu gemacht, damit sich die Gäste auch im nächsten Jahr wohl fühlen“. Eine Mitarbeiterin geht ihr zur Hand und hin und wider kommt eine Freundin und hilft.
Seit 1989 gibt es das Haus La Garde. Zuvor befanden sich hier die Geschäftsräume des Rathgebschen Familienbetriebs RATA Tausendfach Gerhard Rathgeb & Co, in denen Stempel hergestellt wurden. Doch die technische Entwicklung der Vervielfältigung hatte diese Form zu jener Zeit überholt. So wurde die Idee einer Herberge geboren. Werbung musste die freundliche Gastgeberin kaum machen. Die zahlreichen Stammgäste haben es fleißig weiterempfohlen. Und da eine Tochter das Hotelfach erlernt hat, ist auch die Zukunft des Hauses gesichert. Seitens des HoGa Verbandes Berlin und Umgebung rechnet man mit etwa 50 Häusern, sich dem Procedere der Klassifizierung unterziehen werden; drei Kandidaten sind bereits in Arbeit.


