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Baden-Württemberg

Ein Stück Gastronomie-Kultur

Mit dem Wirtshaus Casino am Neckar verfolgt Hans-Peter Horn ehrgeizige Ziele: 500 Gäste sollen pro Tag bedient werden

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2006/51 vom 23. Dezember 2006
 Dietmar Pleil

TÜBINGEN. „Wenn wir mit dem Wirtshaus Casino jenen Kultstatus erreichen, den wir 20 Jahre lang auf dem Schwärzlocher Hof bewahrten, wäre ich glücklich!“ Hans-Peter Horn ist in einem anderen Bau im Zentrum Tübingens mit Elan gestartet. Mit seiner Frau Birgit und einem versierten Team hatte der 48-Jährige zuvor in dem traditionsreichen Gartenlokal an der Peripherie der Universitätsstadt ein Stück Gastronomie-Geschichte geschrieben. Die erste Geburtstagsfeier wurde schon zu Beginn der Sanierungsmaßnahme im Februar gebucht und ging mit 55 Gästen noch in der Probephase des Wirtshauses über die Bühne.

Das stattliche Gebäude an der Mündung der Steinlach in den Neckar wurde 1913 als Offiziers-Speiseanstalt erbaut und jahrzehntelang als Offizierscasino genutzt, teilweise auch von der dort stationierten französischen Garnison. Die Nutzung als Kultur- und Vereinshaus schlug fehl. Das Casino befindet sich heute im Eigentum der Gesellschaft für Wohnungs- und Gewerbebau (GWG) Tübingen GmbHAbk. für Gesellschaft mit beschränkter Haftung.
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, einer städtischen Gesellschaft.

Die Familie Horn ging bei einer Ausschreibung)Informationen und Fragen, die von Veranstaltungsmanagern und Einkäufern an Hotels im Rahmen einer Anfrage verschickt werden.
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, bei der ein verlässlicher Betreiber gesucht wurde, mit ihrem Konzept als Sieger hervor. Hans-Peter Horn: „Unsere Schwärzloch-Erfahrung und die Tatsache, dass ich anbot, das Haus in der Form der voll haftenden Einzelfirma zu betreiben, hat bei der Entscheidung eine wichtige Rolle gespielt.“

Die GWG hat das Gebäude in nur zehn Monaten grundlegend saniert. Aus einem früher eher spartanisch-schlichten Bau wurde ein lichter Prachtbau von schnörkelloser Eleganz. GWG-GeschäftsführerBezeichnung für das Leitungsorgan der Gesellschaft mit beschränkter Haftung .
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Gerhard Breuninger: „Wir haben 2,7 Mio. Euro in die Erneuerung der gesamten Haustechnik, die Stabilisierung der Fundamente, den Anbau eines Balkons und die Neugestaltung der Außenanlage investiert. Die AmortisationAmortisationsrechnung.
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erfolgt über die Pacht.“ 15 Jahre läuft der PachtvertragÜberlassung von Miet- und Pachtgegenständen gegen Entgelt auf eine bestimmte oder unbestimmte Zeit festgelegt sowie hinsichtlich der Rückgabepflicht eingeschränkt.
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vorerst, mit der Möglichkeit einer Verlängerung um weitere zehn Jahre.

Hans-Peter Horn: „Auf Detailfragen konnten wir schon in der Planungsphase Einfluss nehmen. Unsere eigenen Investitionen liegen bei einigen hunderttausend Euro.“ Wichtig war Horn, den Namen Casino zu erhalten. „Der hat in Tübingen einen BekanntheitsgradProzentualer Anteil potenzieller Kunden oder Gäste, die eine Leistung, eine Marke oder ein Unternehmen kennen.
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, den wir selbst mit größtem Werbebudget nicht erreichen könnten. Wir haben nur den Begriff Wirtshaus davor gesetzt. Unser Konzept Vollrestaurant vereint zudem die Felder Café, Bar, Bistro und Gartenwirtschaft.“

Das Casino bietet einen Saal mit 120 Plätzen, der vor allem für Familienfeiern genutzt werden kann, einen Gastraum mit 70 Plätzen mit Nebenräumen für 50 und 24 Personen sowie das Stüble. „Die Gartenwirtschaft mit 270 Plätzen wird sicherlich Vorteile aus dem Liegeplatz und der Anlegestelle für Stocherkahnfahrten ziehen“, glaubt Horn. Für sie soll noch eine eigene kleine Küche eingebaut werden.

Obwohl sämtliche Mitarbeiter aus Küche und Service vom Schwärzloch ins Casino wechselten, besteht weiterhin Personalbedarf. Horn: „Wir streben an, im Jahresschnitt täglich 500 Gäste zu bewirten. Wir kommen ohne Ruhetag aus. Dadurch ist Schichtbetrieb notwendig. Um den Mitarbeitern Erholungsphasen zu ermöglichen, möchten wir den bisherigen Stamm ergänzen.“ Im nächsten Jahr will Horn auch ausbilden.

Die Kochlinie lässt sich als „gutbürgerlich mit mediterranem Einschlag“ beschreiben. Warme Küche gibt es von 12 bis 14 und ab 18 Uhr. Am Nachmittag gibt es ferner ein kleines Angebot. Hans-Peter Horn: „Wir versuchen, den Hauptraum rauchfrei zu halten. Ob wir das hinbekommen, entscheiden die Gäste.“ Dietmar Pleil


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