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Reduziert: Die Einrichtung des Mala Min. Steffen Born (links) und Nurcan Sen sind Gastro-Neulinge, Chefkoch Shigeru Fajita ist ein Meister seines Fachs Fotos: Restaurant

Hessen

Ein Stückchen Asien in Höchst

Das erste Sushi-Restaurant in dem Frankfurter Stadtteil bietet frische Crossover-Küche / Sushi-Meister steht am Herd

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2008/8 vom 23. Februar 2008
von  Barbara Goerlich

FRANKFURT. Das Mala Min ist das Baby von Inhaberin Nurcan Sen. Die hatte vom Leben als Unternehmensberaterin genug und stieg lieber selbst als Unternehmerin ein. Gemeinsam mit ihrem Partner Steffen Born, der aus der IT-Branche kommt, wagte sie als Seiteneinsteigerin den Sprung in die Gastronomie. Exakte Vorbereitung, ein ausgefeilter Businessplan und viel Engagement gingen der Eröffnung voraus. „Die Arbeitserlaubnis war eine der leichteren Übungen“, sagt Steffen Born über die Einstellung von Sushi-Meister Shigeru Fujita. Der Japaner war zuletzt in Kanada tätig und kam eigens zur Eröffnung des Mala Min nach Deutschland. Nun ist Fujita Chefkoch des ersten Sushi-Restaurants im Stadtteil.

Sen und Born stammen aus den westlichen Frankfurter Stadtteilen Liederbach und Nied und kennen deshalb auch die Szene in Höchst. Oder besser: Sie wissen um die nicht vorhandene Szene, denn außer den beiden Höchster Platzhirschen Gasthaus zum Bären und der WunderBar hat es kein Lokal zur Bekanntheit über die Quartiersgrenzen hinaus geschafft. Konkurrenz durch andere Sushi-Bars brauchen die Jungunternehmer jedenfalls vorerst nicht zu fürchten. Wobei ihr Lokal deutlich mehr sein will und eine amüsante Crossover-Küche mit asiatischen Elementen kombiniert.

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Nudelsuppen mit Poesie

Die Sushis verantwortet weitgehend allein der Sushi-Meister Fujita-san, mit dem die Betreiber einstweilen nur auf Englisch kommunizieren können. Die Nigiri-Sushi kommen immer paarweise, die Maki-Sushi im Sechserpack. Die fünf warmen Gerichte sind in kreativer Gemeinschaftsarbeit entstanden, etwa die Bandnudeln mit Erdnuss- oder Ingwerpesto. Auch japanische Nudelsuppen mit poetischen Namen wie „Kai fu – die japanische Meeresbrise“ (bestehend unter anderem aus Fischbouillon, Jakobsmuscheln, Garnelen und Tintenfisch) fehlen nicht. Hier lässt das erfolgreiche Moschmosch-Konzept grüßen, das die Ramen-Nudelsuppentöpfe in Frankfurt überhaupt erst bekannt gemacht hat. Wie auch die Inneneinrichtung in ihrer Schlichtheit mit kastenförmigen Tischen und lehnenlosen Sitzhockern sich auch schon anderswo bewährt hat, etwa im „Das Leben ist schön“ oder eben im Moschmosch.

Ins Lokal integriert ist das Take-away, „bei dem vor allem die Special-Rolls gut laufen“, sagt Born. Das sind große gerollte Maki-Sushi mit interessanten Füllungen. Verwendet werden ausschließlich frische Zutaten, gerade beim Fisch, etwas anderes würde der Sushi-Meister nicht tolerieren.

„Es läuft jeden Monat besser“, freuen sich die Jung-Unternehmer. Wozu etwa freundliche Bewertungen in Szeneblättern beitragen. Doch auch der nahe Industriepark Höchst mit seinen Büros bringt Gäste, „die mal etwas anderes essen möchten“.

Erstmals seit Abzug des Chemieriesen scheint sich der nach dem Unternehmen benannte Stadtteil Höchst derzeit positiv zu entwickeln. Mainufer – im Sommer mit Strand –, Schloss, der historische Marktplatz und das Neue Theater Höchst sind einen Besuch wert. Barbara Goerlich

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