Tourismus
Endgültiges Aus für das Bombodrom
von Nutzer nicht gefunden.Heidi Diehl
KYRITZ. Das Bombodrom ist ein für allemal Geschichte. Das Bundesverteidigungsministerium hat jetzt das Aus für jede militärische Nutzung bekanntgegeben, nachdem bereits im Juli 2009 nach jahrelangem Kampf auf den Luft-Boden-Schießplatz verzichtet werden musste. In einer Mitteilung des Ministeriums hieß es kurz und knapp, dass "kein anderweitiger militärischer Bedarf besteht".
Damit ist die fast zwei Jahrzehnte andauernde Auseinandersetzung um die Kyritz-Ruppiner Heide im Norden Brandenburgs endgültig Vergangenheit. Die Bürger der Region und viele Investoren reagierten euphorisch. Zahlreiche Hoteliers, die sich hier in den vergangenen Jahren eine Existenz aufgebaut haben, bekommen nun endlich Sicherheit für die Zukunft und können ohne Angst weiter investieren. Andere stehen in den Startlöchern, denn es gibt zahlreiche Nutzungsideen für die rund 142 Quadratkilometer große Heidelandschaft. Geplant sind zahlreiche touristische Objekte mit Rad- und Wanderwegen, naturnahe Erholung.
Allerdings steht einer schnellen Umsetzung aller Projekte entgegen, dass das Gelände, das seit vielen Jahrzehnten militärisch genutzt wurde, stark mit Munition verseucht ist. Allein im vergangenen Jahr wurden mehrere Minen gesprengt, rund 1,5 Mio. Blindgänger werden auf dem gesamten Gelände vermutet, deren Beseitigung Jahre dauern würde. Die Kosten für die Beseitigung beziffert das Verteidigungsministerium zwischen 220 und 400 Mio. Euro. Noch völlig unklar ist, wer die Kosten für die Beräumung tragen muss.

