Berlin
Energiefresser sind passé
Agentur will Berliner Hoteliers und Gastronomen für den Klimaschutz sensibilisieren / Kosten können deutlich gesenkt werden
BERLIN. Geld sparen und etwas Gutes für das Klima tun. Das sollen nach dem Willen von Lothar Gröschel künftig möglichst viele Berliner Wirte, Clubbesitzer und Hoteliers. Zu diesem Zweck entwickelte der Geschäftsführer der auf Nachhaltigkeit und Erneuerbare Energien (Leseprobe und weitere Informationen zum Buch "Erneuerbare Energien") spezialisierten Agentur Gröschel Geheeb Responsible Branding die Kampagne „Prost Klima!“.
Eine persönliche Energiesparberatung, bei der etwa die Energie fressenden Schwachstellen aufgespürt und analysiert werden, in Verbindung mit konkreten Maßnahmen zur Kostensenkung, soll das Gastronomen ermöglichen, ihre Energiekosten spürbar zu senken. Gleichzeitig soll die Gastronomie auf diese Weise einen Beitrag zur Verminderung des umweltschädlichen CO2-Ausstoßes in Berlin leisten. Dabei reichen häufig schon einfache Maßnahmen wie der Einsatz von Energiesparlampen oder der Einbau einer modernen Heizungspumpe, um beachtliche Ergebnisse zu erzielen und Geld zu sparen.
Einer der ersten Berliner Wirte, die an der Kampagne teil genommen haben, ist Tim Schultze. Er hatte nach einer saftigen Stromnachzahlung festgestellt, dass die Energiekosten für sein Kreuzberger Café am Meer kaum noch tragbar waren. Neben diversen anderen Energiefressern mussten als erstes die Heizpilze auf der Terrasse dran glauben. Sie wurden im Beisein von Dr. Frank Schulz, Bürgermeister von Friedrichshain-Kreuzberg, sowie von Bundestagspolitikern, die die Aktion unterstützen, Reinhard Loske (Bündnis90/Die Grünen), Hans-Josef Fell (Bündnis90/Die Grünen) und Engelbert Wistuba (SPD) endgültig still gelegt.
Schulze war einer der ersten Wirte, der in der beliebten Bergmannstraße die wärmenden Gasbrenner aufgestellt hatte. Jetzt war er der erste, der sie wieder abgeschafft hat. „Die Heizstrahler waren bei meinen Gästen sehr beliebt, vor allem bei den weiblichen Kunden allgemein und besonders bei den Müttern mit Kleinkindern“, so Schultze, „aber ich habe gemerkt, dass ich mit den KostenDer in Geldeinheiten bewertete Verbrauch von Produktionsfaktoren und Dienstleistungen, der zur Erstellung und zum Absatz der betrieblichen Leistung erforderlich ist.
weiter mit Mausklick... für die Terrassenwärme auch ein Einfamilienhaus beheizen könnte“.
Damit seine Gäste demnächst an kühleren Tagen dennoch nicht frieren müssen, erhalten sie eine der wärmenden „Prost Klima!“-Filz-Decken aus recycelten Stoffen. Zudem möchte der Wirt zukünftig seine Gäste über den Zusammenhang von Energie sparen und Klimaschutz informieren. Natürlich hofft Schultze, dass er durch die Abschaffung der Pilze keinen Gästerückgang erleiden wird und die anderen Wirte in der Bergmannstraße seinem Beispiel folgen.
Der Initiator der Aktion, Lothar Gröschel, hofft, dass sich bis zum Jahresende etwa 500 Berliner Gastronomen und Hoteliers an der Energiesparberatung zu günstigen Paketpreisen beteiligen und durch den Einsatz effizienter, moderner Geräte die Energiebilanz ihres Lokals optimieren. Uwe Lehmann


