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Wechselwirkung: Mit steigenden Gästezahlen wachsen auch die Ansprüche (Foto: Ulrike Ehrlacher)

Hotellerie

Erfolg braucht einen langen Atem

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2009/42 vom 17. Oktober 2009
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FREIAMT. Wer heute das Hotel Ludinmühle im Scharzwald besucht, kann sich kaum vorstellen, dass das 4-Sterne-Haus um das Jahr 1700 ein kleiner Hof mit Mühle gewesen sein soll. Heute erinnert nur noch der Name an diese bescheidenen Anfänge.

„Das Haus ist seit mehr als 300 Jahren in Familienbesitz“, sagt Walter Zimmermann, der nach dem plötzlichen Tod seiner Frau zusammen mit den Schwiegereltern Hilda und Daniel Bühler das Hotel betreibt. Erst in den 1960er-Jahren wurden Mühle und Landwirtschaft aufgegeben und zunächst mit der Erweiterung der Wirtschaft und der bis dato beiden Gästezimmer begonnen. 1965 gab es den ersten Neubau, dem bis heute noch zahlreiche weitere Um- und Neubauten folgen sollten.

„Mit jedem Schritt mussten auch die Bettenkapazitäten angepasst werden, um rentabel arbeiten zu können“, sagt Zimmermann. Das Ganze sei wie eine Spirale: Mit den steigenden Gästezahlen wiederum würden auch die Ansprüche wachsen. Ein Hallenbad habe man gebaut, Saunen nebst Ruhezonen hätten realisiert werden müssen. Die vorhandenen Zimmer galt es immer wieder zu renovieren, in die Restaurants, in die Küche und die (Haus) Technik zu investieren. Ein Meilenstein sei sicherlich der Bau der Gebäude jenseits des Brettenbachs gewesen, der vor der Ludinmühle fließt.

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Heute führt eine überdachte Brücke über den Bach in diesen Teil des Komforthotels. Den Zebrastreifen auf der die Häuser trennenden Straße hat Zimmermann bei den Behörden durchgesetzt.

Recht neu ist im Außenbereich ein Blockhaus mit Stubensauna und Heubetten zum Relaxen. Jüngst gebaut wurde auch ein beheiztes und ganzjährig zu nutzendes Freibad. Und vor wenigen Wochen schließlich ein duftiges Zelt im Freien, das Massagen mit Blick in die Natur möglich macht. „Mehrere Millionen haben wir in den vergangenen Jahren in die Hand genommen“, erklärt der Hotelier.

Der Einsatz lohnt sich: In einschlägigen Führern rangiert die Ludinmühle unter den besten Häusern der Region. Schließlich hat auch das Land Baden-Württemberg die Leistungen der Ludinmühle im ökologischen Bereich gewürdigt – mit der Verleihung der Umweltplakette. Beheizt wird beispielsweise mit einer Hackschnitzelanlage. Und der liefert den Rohstoff. Weil die Nachfrage stimmt, ist die Wellnes- und Spa-Abteilung mit rund 800 Quadratmetern mittlerweile großzügig bemessen. Fünf fest angestellte Mitarbeiterinnen arbeiten dort und haben alle Hände voll zu tun. Das Angebot reicht von Yoga über Massagen bis hin zu kompletten Wohlfühltagen nebst Schönheitsbehandlungen.

Es gibt aber auch Erlebnisbäder mit ätherischen Ölen oder Meersalz, Thermobehandlungen, Ayurveda, Hot Stone- und Lomi-Lomi-Nui-Massagen oder Vino-Wellness, bei der mit Polyphenolen aus den Traubenkernen gearbeitet wird. Und weil Familien besonders willkommen sind, sind sogar Kindermassagen „für kleine Prinzen und Prinzessinnen“ an der Tagesordnung.

Zu einem augeklügelten Wellnessprogramm gehören auch sportliche Angebote wie geführte Wanderungen. Und schließlich gilt der Küche ein besonderes Augenmerk. Walter Zimmermann, gelernter Werkzeugmacher, der unter anderem in der Ludinmühle den Kochberuf lernte, war im eigenen Haus mehr als ein Vierteljahrhundert lang Küchenchef. Wichtig waren ihm und seinem Nachfolger Daniel Kern frische Produkte aus der Region. „Wir leben hier doch wie im Schlaraffenland“, sagt Zimmermann zur AHGZ. Das müsse sich am Ende auch in der Karte niederschlagen. Schließlich ist es für den Experten jedoch nicht ein einzelnes Argument wie die gute Küche oder das beheizte Schwimmbad, das die Gäste in seinem Haus buchen lässt. „Das ganze Konzept muss passen, es muss gastfreundlich und so herzlich wie möglich sein“, sagt er. „Dann sind sie auch in einer so abgeschiedenen Lage erfolgreich“.

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