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Bevorzugen virtuelle Sturmfluten: Center-Managerin Sonja Schukat, Gastronom Mario Klein (r.) und Küchenchef Abderrahin Affrad

Hummel

Niedersachsen

Erfolgreich in schwerer See

Das Nordseeheilbad Büsum thematisiert die Furcht vor dem Blanken Hans und ein Gastronom surft auf der Welle kräftig mit

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2006/21 vom 27. Mai 2006
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BÜSUM Der Tagesschau-Sprecher warnt vor einer Sturmflut an der Nordseeküste. Deshalb sinkt die Stimmung unter den Gästen der Gaststätte Zum Deichgrafen rapide. Unter Anleitung des Wirtes flüchten die Gäste in den höher gelegenen Lagerraum der Kneipe: Für die „Rettung“ der Gäste stehen vor dem Raum orangerote Rettungskapseln bereit.

So beginnt eine Fahrt durch das neue Erlebniscenter Blanker Hans in Büsum. Die Gondeln der Spezialbahn waren im vorigen Jahr noch im deutschen Pavillon während der Weltausstellung im japanischen Aichi im Einsatz. In Büsum sollen sie zehn Minuten lang die Fahrgäste sicher durch eine virtuelle Sturmflut transportieren.

170.000 Besucher sollen die neue Attraktion des Nordseebades bereits im Eröffnungsjahr besuchen. Einen Teil davon hofft auch Mario Klein in seinem gleichnamigen Restaurant begrüßen zu können. Bis zu 120 Gäste finden im Blanken Hans einen Sitzplatz; im Sommer kommen noch 60 Plätze auf einer Terrasse hinzu. In der Inneneinrichtung des Lokals spiegelt sich die Seefahrt auf der Nordsee wider. Der Fußboden besteht aus Schiffsbohlen, der Tresen ist einem Schiff nachempfunden – „alles ist mit Liebe zum Detail eingerichtet worden“, sagt Klein. Der Gastronom hat als Koch im Kieler Schloss, im Travemünder KurhotelVoraussetzung ist aber, dass im Bedarfsfall eine medizinische Versorgung gewährleistet sein muss sowie eine Diät angeboten werden kann.
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und im Hotel Ambassador in St. Peter-Ording gearbeitet. In Büsum betreibt er außerdem das Lokal Käpt’n Hooks Kajüte im Erlebnisbad „Piraten Meer“.

Im Blanken Hans richtet sich das Tagesgeschäft vor allem an die Besucher der Ausstellung. Mittags setzt Küchenchef Abderrahin Affrad deshalb Dithmarscher Spezialitäten wie Nordseekrabben, Kohlpudding und Labskaus auf die Speisekarte. Abends liegt der kulinarische Schwerpunkt auf Lammgerichten.

Rund 7,7 Mio. Euro hat der Kur- und Tourismusservice (KTS) Büsum in das Großprojekt hinter dem Deich investiert. Rund 4 Mio. Euro schoss die Landesregierung aus dem Regionalprogramm zu. Das Erlebniscenter ist nach Angaben von KTS-Marketingleiter Malte Keller die vorerst letzte Großinvestition in die Infrastruktur des Nordseebades. Insgesamt 25 Mio. Euro hat der KTS in den vergangenen Jahren in ein neues Kur- und Wellnesszentrum am Hafen, ein Spaßbad und eine neue Strandpromenade investiert.

Das Nordseeheilbad verfügt offiziell über mehr als 9000 Gästebetten, davon etwa 1500 Betten in Hotels und Pensionen. In der Hochsaison stehen mit den Privatunterkünften aber mehr als 15.000 Betten zur Verfügung. Pro Jahr rechnet der KTS mit rund 160.000 Übernachtungs- und 300.000 Tagesgästen in Büsum. Die Schaffung neuer Touristenattraktionen war nach Angaben des Marketingleiters notwendig. Denn die einst als „Dukatenesel“ geltenden Kuranlagen entwickelten sich im Zuge der Gesundheitsreformen zu „Millionengräbern“. Vor allem die Zahl der Tagesgäste brach von ursprünglich 300.000 auf 150.000 zur Jahrtausendwende ein.

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