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Hauptstadt Berlin

Erneut ein Publikumsmagnet

Geschmackliche Vielfalt auf der Grünen Woche / 2005 die 70. Auflage

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2004/5 vom 31. Januar 2004

BERLIN (schl). Nach zehntägiger Dauer zogen die Organisatoren und die rund 1600 Aussteller aus 55 Ländern für die 69. Internationale Grüne Woche eine insgesamt positive Bilanz. Mit exakt 465.793 Messegästen wurde die durchschnittliche Besucherzahl der letzten Jahre erreicht.

Trotz allgemeiner Konsumflaute und Kaufzurückhaltung hatte sich das Publikum den Appetit weder auf heimische Spezialitäten und exotische Genüsse noch auf außergewöhnliche Geschmackserlebnisse verderben lassen.

Statistisch betrachtet wurden 130 Euro pro Kopf für den Kauf und Verzehr von Produkten ausgegeben. Zum Ausgangspunkt zahlreicher Schlemmertouren avancierte die von der Centralen Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft mbH (CMA) konzipierte Länderhalle, die die Gäste unter dem Motto „Schmeck’ die Vielfalt der Regionen“ zum Verkosten u.a. an der Milchbar einlud.

Auch die bekannten typischen Spezialitäten wie Weißwürste, Fischbrötchen und Baumkuchen erfreuten sich reger Nachfrage. Ebenso die berühmte Thüringer Rostbratwurst, die auf der Grünen Woche ihr urkundlich nachweisbares 600-jähriges Bestehen feierte. Hoch in der Besuchergunst standen zudem der BioMarkt und die Ausstellungen einzelner deutscher Bundesländer mit ihrem Erfolgs-Mix aus Agrarwirtschaft, Gastronomie, Landurlaub und einem unterhaltsamen Bühnenprogramm.

Märkische Geschmacks- und Produktvielfalt demonstrierten beispielsweise die 123 Brandenburger Unternehmen, deren Angebot vom Knieperkohl über die Senfpraline bis zur Gurkenbockwurst reichte. Im Kochstudio zeigten Experten wie Spreewaldkoch Peter Franke und Fischkoch Wilhelm Dietrich ihr Können oder betreuten Prominente aus Politik, Sport und Kunst, die inzwischen schon traditionsgemäß zum „Küchendienst“ auf der Grünen Woche einrückten. Rund 100 Tage vor ihrem EU-Beitritt nutzten die künftigen Mitgliedsstaaten die weltweit bedeutendste Agrar- und Ernährungsschau dazu, ihre landestypischen Spezialitäten bekannter zu machen, Marktchancen auszuloten, Neuheiten vorzustellen und Geschäftspartner zu suchen.

Die größte ausländische Messebeteiligung stellte in diesem Jahr Russland mit zusammen 4000 Quadratmetern Ausstellungsfläche.

Neben ihrer Funktion als Testmarkt für bekannte Spezialitäten und Produktneuheiten stand die Grüne Woche außerdem ganz im Zeichen von Verbraucher- und Umweltschutz, Lebensmittelsicherheit und Ernährungsbewusstsein. Vor dem Hintergrund der weltweiten Zunahme von Übergewicht, Essstörungen und weiterer ernährungsbedingter Krankheiten hatte das Bundesverbraucherministerium seine Sonderschau unter den Titel „Gesunde Ernährung – Kluger Konsum“ gestellt.

Unter dem Slogan „FitFoodFun“ dominierten Action und Infotainment, um das Thema zielgruppengemäß jungen Konsumenten zwischen zwölf und 25 Jahren nahe zu bringen. Mehr als 250 Konferenzen, Seminare und Workshops rundeten das Messegeschehen ab. Die internationale Aufmerksamkeit für die 69. Grüne Woche zeigte auch die Präsenz von rund 4000 Medienvertretern aus 70 Ländern. Im nächsten Jahr findet die Jubiläumsveranstaltung vom 21. bis 30. Januar 2005 statt.

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