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Neu eröffnet: Das Foodorama will zum Klimaschutz beitragen Foto: Restaurant

Gastronomie

Erstes klima-neutrales Bio-Restaurant

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2008/51 vom 20. Dezember 2008
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BERLIN. Ein Bio-Restaurant, in dem alle Speisen aus biologisch kontrolliertem Anbau stammen, ist in einer Großstadt wie Berlin nicht mehr so ungewöhnlich. Das Foodorama, ein neu eröffnetes Bio-Café-Restaurant in Kreuzberg geht noch einen Schritt weiter: Das Restaurant ist, wie sein Besitzer Ozan Sinan sagt: „Das erste klimaneutral zertifizierte Restaurant Deutschlands.“

Ein Bio-Restaurant sollte, so Ozan Sinans Überzeugung, auch aktiv zum Klimaschutz beitragen. Die Ernährung belastet nach der Wärmeerzeugung die die Luft am stärksten mit CO{-2}. „Wir sind“, sagt Sinan „kein vegetarisches Restaurant, bei uns gibt es viel Fleisch. Aber gerade die Rinderzucht ist ein Energiekiller.“ Und so geht es unter ökologischen Gesichtspunkten längst nicht mehr nur um Chemie im Fleisch, oder die Reinheit anderer Lebensmittel, sondern um Nachhaltigkeit bei der Produktion. Und bei Bio-Lebensmitteln ist die CO{-2}-Bilanz oft noch schlechter als bei herkömmlichen Lebensmitteln.

Emissionen kosten

Das Foodorama hat sich dafür entschieden, bei ClimatePartner, einer kommerziellen Klimaschutzagentur Emissionsminderungszertifikate zu kaufen. Das Prinzip dieser Zertifikate ist einfach: Für die Emissionen, die man jährlich produziert, zahlt man einen bestimmten Beitrag, der UNO-Projekten zur CO{-2}-Bekämpfung zugute kommt. Man kennt dieses Thema aus der Industrie, aber es ist natürlich auf alle Lebensbereiche anwendbar. So werden im Foodorama jährlich bis zu 160 Tonnen CO{-2} neutralisiert. Ozan Sinan ist überzeugt, in spätestens 10 Jahren wird alles ein Klimasiegel haben, wird man vor allem im Dienstleistungsbereich ohne diese „social responsibility“ nicht mehr auskommen.

Regionales Angebot

In erster Linie geht es aber natürlich auch im Foodorama darum, was auf den Teller kommt und was den Gästen schmeckt. „Speisen, die jeder kennt und jeder mag, klassische Speisen neu interpretiert und überraschend inszeniert“, so beschreibt Ozan Sinan die Linie seines Küchenchefs Steffen Wasmund, „eine kontinental-europäische Küche mit asiatischen Einflüssen“. So entstehen zum Beispiel aus dem Wiener Schnitzel und den japanischen Yakitori-Spießen kleine Kalbschnitzel, die am Spieß ausgebacken werden. „Außer Brot“, sagt Ozan Sinan „machen wir alles selbst“. Natürlich ist das Angebot, wie sich das für ein Bio-Restaurant gehört, so saisonal und regional wie möglich, inklusive Curry-Wurst. Und auch die alkoholischen Getränke, selbst Hochprozentiges wie Whisky oder Wodka, sind biologisch. Die Klientel, die das Foodorama anpeilt: 30 plus und hoffentlich auch viele Kreuzberger.

Ozan Sinan ist, wie er selbst sagt, ein typischer Kreuzberger Junge. Die Eltern sind als Gastarbeiter aus der Türkei nach Berlin gekommen. Er selbst hat zunächst Physik studiert, 1996 die Agentur Lab One eröffnet.

Die Agentur befasste sich unter anderem mit Gastro-Konzepten und Catering. Und so war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis sich der 37-Jährige mit dem Foodorama den Traum vom eigenen Restaurant erfüllte: „Ich wollte etwas haben, was fremdbestimmt ist, etwas, was ich mit Herz und Seele mache.“ Karin Rieppel

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