Berlin
Esplanade findet wieder Anschluss
Eigentümer Blackstone investiert 20 Millionen Euro in Umbau und Modernisierung / Tagungskapazitäten erweitert
BERLIN. Als erstes Kunsthotel sorgte das Grand Hotel Esplanade bereits zur Eröffnung vor 19 Jahren für Furore. In der Berliner Hotellandschaft galt es als architektonisch-künstlerisches Vorzeigeprojekt mit modernstem Komfort und erstklassigem Service. 20 Mio. Euro hat jetzt der Finanzinvestor Blackstone in das 5-Sterne-Haus investiert. Blackstone erwarb das Haus im April 2006 von einer privaten Eigentümergesellschaft (AHGZ vom 23. März 2006).
Nach dem Mauerfall ergab sich für das Esplanade eine neue Situation. Quasi über Nacht verlor es seine grenznahe Lage und profitierte wie alle anderen Beherbergungsbetriebe vom Run der Touristen und Geschäftsleute auf die Spreemetropole. Mit der Etablierung zahlreicher Luxushotels, beispielsweise am nahen Potsdamer Platz, geriet das Haus Ende der neunziger Jahre allerdings immer stärker unter Wettbewerbsdruck.
Mehr Lifestyle
Zeit zum schnellen Handeln für den US-amerikanischen Finanzinvestor Blackstone, der das bislang in Privathand geführte Hotel (Geschäftsführer damals: Dietmar Otremba) übernahm. Knapp 20 Mio. Euro investierte der neue Eigentümer in den Relaunch des Hauses. Ziel: Durch eine zeitgemäße, lifestyleorientierte Hotelkultur soll das Hotel wieder in der ersten Berliner Hotelliga mitspielen. Fast acht Monate dauerten die überwiegend bei laufendem Hotelbetrieb realisierten Bauarbeiten. Kein Bereich wurde ausgespart. Für die Zimmer stand eine komplette Neugestaltung und technische Aufrüstung auf dem Programm. Mindestgröße der Zimmer: 29 Quadratmeter.
Der neue Einrichtungsstil ist ein Mix aus fernöstlichen-, europäischen Traditions- und Art-déco-Elementen. Eine Etage ist den 24 Suiten, darunter drei De-Luxe-Varianten, vorbehalten. Das Wellnessareal mit Pool, Saunen und Solarium wurde durch einen großzügigen Gym-Bereich aufgewertet. Besonderes Augenmerk galt der Erweiterung der Veranstaltungskapazitäten von bisher sieben auf zwölf Tagungsräume mit Platz für 10 bis 450 Personen. Herzstück des neuen Esplanade ist der großzügige Empfangsbereich, der der amerikanischen Innenarchitektin Alexandra Champalimaud ein besonderes Anliegen war. Blickfänge sind die Ellipse Lounge und der große Kamin. Eine geschickte Raumaufteilung ermöglichen eine multifunktionale Nutzung dieses Bereichs als zentrale Check In- und Out-Zone ebenso wie als Refugium zum Entspannen und Genießen.
Diese ungezwungene Atmosphäre findet sich auch im neuen gastronomischen Konzept des Hotels wieder. Der Fokus liegt auf einer abwechslungsreichen und hochwertigen Küche. Bewusst wird auf eine explizite Sternelocation verzichtet. Statt dessen bietet das Haus sowohl regionale Spezialitäten im gemütlichen Eck-Restaurant als auch eine Cross-Over-Cuisine in der Ellipse Lounge an.
Gäste umquartiert
Über die achtmonatige Umbauphase inklusive der fünfwöchigen Schließzeit wurde das starke Stammgästeklientel (rund 60 Prozent) persönlich informiert. Auf Wunsch wurde in andere First-Class-Unterkünfte umgebucht. Auf zeitbegrenzte Entlassungen der Mitarbeiter wurde zugunsten von Sprach- und Serviceschulungen sowie Telefontraining verzichtet.
Inzwischen mischt das Grand Hotel Esplanade mit guten Vorbuchungen für das laufende Jahr wieder kräftig in Berlins 5-Sterne-Riege mit. Der Anteil internationaler Gäste stieg von 15 Prozent im Jahr 2005/2006 auf derzeit 40 Prozent und auch beim wachstumsträchtigen Tagungsgeschäft konnte man nicht zuletzt wegen der größeren Kapazitäten zulegen. Marion Schlag
