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Konzerne

Europäischer Hof bleibt Hotel

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2008/3 vom 19. Januar 2008

BADEN-BADEN. Der Steigenberger-Konzern hat den Pachtvertrag für den Europäischen Hof um ein Jahr bis Ende 2009 verlängert. Die an der Londoner Börse notierte Aktiengesellschaft Deutsche Land ist Eigentümerin der Immobilie und versicherte gegenüber dem Badischen Tagblatt, dass sie keine Umwandlung des Hotels plane.

Der Steigenberger-Konzern trennte sich 2006 als Eigentümer von seinem Gründungshotel und übernahm die Pacht. Als Käufer trat die Deutsche Land (Baden-Baden) B.V. auf. Das Kürzel steht für eine Gesellschaft niederländischen Rechts und entspricht der deutschen GmbH. Die B.V. ist eine Tochter der Deutsche Land Aktiengesellschaft (AG). Die Deutsche Land AG agiert nach eigenen Angaben nur in Deutschland und bezeichnet den gehobenen Einzelhandel als ihr Kerngeschäft. Sie erwirbt Immobilien und vermietet an Handels-Discounter. Daneben hält die Deutsche Land zwei Hotel-Immobilien in Stuttgart und Baden-Baden.

Klaus Fassbender, Mitbegründer der Deutsche Land AG, betonte Anfang des vergangenen Jahres gegenüber dem Badischen Tagblatt, dass der Standort "immer mit einem Hotel verbunden" sein werde. Doch er sprach auch von "vielen Optionen", die an ein Hotel gekoppelt seien. Das Vorstandsmitglied kündigte damals Gespräche mit dem Baden-Badener Oberbürgermeister Wolfgang Gerstner an. Diese Gespräche konnte Fassbender jedoch nicht mehr führen. Er starb im Juni vergangenen Jahres.

Ob diese personelle Zäsur die Ursache dafür ist, dass nach wie vor keine konzeptionellen Überlegungen öffentlich bekannt sind, ist ungewiss. Jedenfalls geht auch Oberbürgermeister Gerstner davon aus, dass die Deutsche Land AG noch nach einem Konzept sucht. Im Gespräch mit dem Badischen Tagblatt betonte er nach einem Treffen mit Anna Kempa, der Repräsentantin der Deutsche Land AG in Deutschland: "Ich unterstelle: Die Deutsche Land AG will das Beste für die Immobilie und für sich selbst."

Kempa selbst sicherte gegenüber dem Badischen Tagblatt zu: "Es wird auf jeden Fall ein Hotel bleiben." Und: "Wir haben den Pachtvertrag mit Steigenberger bis Ende 2009 verlängert." Mögliche weitere öffentliche Äußerungen will Kempa zeitnah mit dem Vorstandsvorsitzenden der AG abstimmen. Als "positiv" bewertet Gerstner sowohl die Ankündigung, das Hotel nicht umwandeln zu wollen, als auch die Verlängerung des Pachtvertrags. Der Baubeginn des 34-Millionen-Euro-Vorhabens sei im September geplant.

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