Berlin
Festival der Sinne in der Generatorenhalle
Kurt Jäger und Matthias Gleiß kochten gemeinsames Riesling-Menü / Weine von Sybille Kuntz
BERLIN Wenn man von stimmigem PreisTransaktionspunkt zwischen Angebot und Nachfrage eines Produkts bzw.
weiter mit Mausklick...-Leistungs-Gefüge spricht, so war es in diesem Fall absolut nicht stimmig. Die Leistung stimmte auf jeden Fall, der Preis keineswegs – 50 Euro waren absolut zu niedrig. Denn was im Berliner Restaurant H.H. Müller geboten wurde, stellte in jeder Hinsicht Spitzenklasse dar. Geladen war zum „Riesling Menü Surprise“, und es reservierten sich innerhalb weniger Stunden so viele Interessenten einen Platz, dass es unmöglich war, die Veranstaltung im Restaurant zu machen. Die Tische hätten nicht annähernd ausgereicht. Und so fand das „Festival der Sinne“ in der Generatorenhalle des zum Gastronomiebetriebs umgebauten ehemaligen Umspannwerkes in Kreuzberg statt, was dem Ganzen noch einen besonderen Touch verlieh. Die Rieslinge kamen vom Weingut Sybille Kuntz aus Bernkastel-Lieser an der Mosel. Die Winzerin, die als „Aufsteigerin des Jahres 2005“ von Eichelmann Deutschlands Weine gekürt worden war und auch ansonsten auf zahlreiche hochkarätige Auszeichnungen verweisen kann, erläuterte den Gästen des Abends ihre Weine, die allesamt rund, harmonisch und sehr ausgewogen waren. Und so verwunderte es schon niemanden mehr, als sie – fast nebenbei – bemerkte, dass ihr Riesling Gold Quadrat trocken 1998 von der holländischen Zeitschrift „13E Proefschrift Wijnconcours“ bei einer Blindverkostung von 1300 Weißweinen weltweit im Jahr 2001 als der beste Weißwein des Jahres in Belgien und Holland ausgezeichnet wurde. Das Menü zum Riesling kochten zwei, die früher einmal gemeinsam im Schloss Hubertushöhe in Storkow am Herd standen und 2001 den ersten Michelin-Stern nach Brandenburg holten: Kurt Jäger, damals Küchenchef im Schloss und heute „Sternekoch auf kulinarischer Wanderschaft“ und Matthias Gleiß, damals Souschef auf der Hubertushöhe und heute Chefkoch im H.H. Müller. Es war das erste Mal seit Jahren, dass sie wieder gemeinsam am Herd standen. Ein Dritter im Bunde sorgte für das süße Finale. Verantwortlich dafür zeigte Marian Radke, Berlins „Patissier des Jahres 2004“.
