Hotellerie
Flugverbot trübt den Hotelhimmel in der Region Hannover
von Hans-Georg Pusen
HANNOVER. Das Asche-Chaos des isländischen Vulkans über ganz Europa hat die Hannover-Messe und die Beherbergungsbetriebe der niedersächsischen Landeshauptstadt stark in Schwierigkeiten gebracht. Viele angekündigte Besucher aus fernen Ländern, insbesondere USA, Asien und Brasilien, konnten mit den Fliegern nicht anreisen. Sie sagten kurzfristig ihre Hotelzimmer ab.
Nach Angaben von Andreas Wienecke als Sprecher der hannoverschen Hotellerie betrugen die Ausfälle allein bei den Übernachtungen 10 bis 20 Prozent. Geschäftsführerin Kirsten Jordan vom Dehoga Region Hannover ermittelte in Einzelfällen Absagen bis 50 Prozent der gebuchten Zimmer. Buchungsportale verlangten "kostenlose Stornierungen wegen höherer Gewalt". Nach Ansicht des DEHOGA Spitzenverbandes besteht nach deutschem Reiserecht darauf kein juristischer Anspruch.
Auf dem Airport in Hannover-Langenhagen herrschte weitgehend Grabesstille. Die ansässigen Hotels registrierten Ausfälle bei den Übernachtungen zwischen 20 uns 40 Prozent. Die Restaurant-, Imbiss- und Serviceanbieter bekamen die Flaute voll zu spüren. Direktor Peter Schulze vom Holiday Inn am Airport vermisste die Flugbesatzungen. Die wenigen Angekommenen fuhren mit dem Taxi nach Hause. Neue Crews kamen wegen des Startverbots nicht zum Flughafen. "Europäer konnten mit der Bahn anreisen. Sie hatten keinen Grund ihre Zimmer zu stornieren", lautete seine zutreffende Auffassung.
Absagen in erheblichem Maße erreichten auch das gegenüber der Messe gelegene Parkhotel Kronsberg. Ferdinand Bock sprach von einer "finanziellen Katastrophe". Vor einer Woche waren sämtliche Hotels ausgebucht und nun stehen in allen Häusern Betten und Zimmer leer. Es fehlt deshalb zudem am Nebenumsatz in Restaurants und Catering.
Lesen Sie dazu auch am Samstag die AHGZ.
