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Ein Mekka der Wassersportler: Der Cospudener See südöstlich von Leipzig Foto: Marlis Heinz

Sachsen

Flutung ist in vollem Gange

Mitteldeutsche Seenlandschaft soll zur touristischen Marke werden / 2011 wird der letzte von 40 Seen gefüllt sein

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2007/1 vom 6. Januar 2007
von

LEIPZIG. Die Region zwischen Dessau, Halle und dem Leipziger Südraum schickt sich an, ein interessantes Reiseziel für Wassersportler und Strandurlauber zu werden. Ob und wann das Image der entstehende Mitteldeutschen Seenlandschaft mal auf einer Stufe mit bekannten Reisezielen wie der Mecklenburgischen Seenplatte oder dem Bodensee stehen wird, da mag sich noch keiner festlegen. Aber bereits jetzt sprechen die Fakten dafür, dass ein großes Potenzial besteht.

Wo einst Braunkohlenbagger über sieben Jahrzehnte riesige Löcher in die Erde fraßen, steigt dort jetzt der Wasserspiegel und lässt mehr als 40 Seen und Seenkomplexe mit einer Wasserfläche von rund 175 Quadratkilometern entstehen. Der bis 2008 geflutete Geiseltalsee bei Merseburg zum Beispiel wird mit einer Fläche von mehr als 18 Quadratkilometern der größte künstlich angelegte See Deutschlands werden.

Als letzter wird im Jahr 2011 der Störmthaler See gefüllt sein. Im Zusammenhang mit der entstehenden Landschaft rücken auch längst vorhandene kulturelle Sehenswürdigkeiten wie das Gartenreich Dessau-Wörlitz oder die Lutherstadt Wittenberg sowie die zum technischen Denkmal avancierten Anlagen der stillgelegten Kohle-Industrie noch mehr ins touristische Rampenlicht.

Aber während das feuchte Vergnügen noch hier und da auf den entsprechenden Pegel warten muss, laufen die trockenen Vorarbeiten längst: der Workshop-Prozess Mitteldeutsche Seenlandschaft. Den Hut dafür hat das Regionalforum Mitteldeutschland auf, eine Landesgrenzen übergreifende Initiative zur entwicklungsfördernden Kommunikation und Konsensbildung zwischen Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft.

Dieser „runde Tisch“ wurde notwendig, um zu verhindern, dass je nach Lust und Laune und Fördermittelambitionen der Kommunen ein wahllos über alle Seen verteiltes touristisches Allerlei entsteht, das die Formierung einer einheitlichen Marke verhindert.

Denn soweit wurden sich die einzelnen Mitstreiter zumindest einig: Nicht an jeden See passt – auch wenn es manch Bürgermeister gern so hätte – ein vermeintlich gewinnbringender Yachthafen mit großer Gastronomie. Nur wenn die Nutzungsprofile der einzelnen Gewässer exakt formuliert und miteinander abgestimmt werden, kann die Region als Ganzes größtmöglichen Gewinn ziehen. Ziele dieses über eine Reihe von Veranstaltungen ablaufenden Workshop-Prozesses sind unter anderem die grundlegende Diskussion zu Potenzen der Freizeitindustrie in Mitteldeutschland. Dazu braucht es verlässliche Kennziffern zur kostengünstigen Bewirtschaftung des Gewässerverbundes.

Außerdem wollen die Akteure des Workshop-Prozesses sich über die regionale und überregionale Vermarktungsstrategien einer länderübergreifenden Dachmarke abstimmen, bestehende Tourismusinitiativen verknüpfen sowie den Austausch zu Organisationsstrukturen für die Einrichtung einer dauerhaften Plattform „Mitteldeutsches Seenland“ organisieren. Das Regionalforum Mitteldeutschland wird die begonnenen Aktivitäten bis Mitte 2007 fortführen. Obwohl sich das alles auf ein noch in den Kinderschuhen steckendes Projekt bezieht, kann der Gast schon heute einiges erleben – und sind Unternehmer dabei, ihren Platz „am Ufer“ zu definieren.

Nach Angaben des Regionalforums wurden 2005 zum Beispiel in den gewerblichen Übernachtungsbetrieben fast 8 Mio. Aufenthaltstage gezählt. Über 100 Mio. Besucher unternahmen eine Tagestour in die Region. Auch unter den Pauschalangeboten machen jetzt zunehmend die Seen auf sich aufmerksam. So sind „Verwöhnangebote am Cospudener See“ ebenso zu buchen wie eine „Natur-Erlebnis-Safari“ im Raum Delitzsch. Marlis Heinz

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