Sachsen
Freie Aussicht auf die Stadt
Lutz Albrecht und Axel Thier eröffnen mit dem Panorama Tower im City Hochhaus Leipzigs höchstgelegenes Restaurant
LEIPZIG. Das im Januar wegen Betreiberwechsel geschlossene Panorama-Restaurant im City Hochhaus empfängt wieder Gäste. Für deren Wohl zeichnen jetzt die bekannten Leipziger Gastronomen Lutz Albrecht und Axel Thier verantwortlich. Und 24 Mitarbeiter in Küche und Service bürgen dafür, dass auf den 220 Plätzen gastronomische Qualität serviert wird.
Das Restaurant präsentiert sich dazu frisch und modern. Sein neuer Name „Panorama Tower – Plate of Art“, ist gewissermaßen Programm. Die Gäste kommen aus zwei Gründen ins höchstgelegene Restaurant der Stadt, macht Hausherr Lutz Albrecht klar: „Sie wollen Leipzigs Panorama und Kunst auf den Tellern genießen.“ Von diesem Verständnis hatten sich auch die Architekten Rüdiger Renno und Andreas Hipp sowie Designer Till Brömme bei der aufwendigen Neugestaltung der Räume leiten lassen. Das Ergebnis ist bemerkenswert.
Vier Teilrestaurants
Durch dunkle Farben und sparsames Bebildern der Wände „wurde der Raum zurückgenommen“. Dadurch sollen sich die Blicke der Gäste noch mehr auf das Stadtpanorama konzentrieren. Dunkel sind auch die Möbel und Tischaufleger gehalten, sodass der Blick auf das Weiß der Teller gelenkt wird. Wie die „Plate of Art“ ankommt, muss sich noch zeigen.
Vier optisch und akustisch abgetrennte Teilrestaurants, die sich um die zentral in der Hochhausspitze liegende Küche gruppieren, sind – entsprechend der jeweiligen Himmelsrichtung – nach Tokio, Kapstadt, New York und St. Petersburg benannt. Damit soll auch an die Bedeutung der einstigen Messemetropole erinnert werden, aber auch an die Küche, die sich international und bodenständig gibt. Nur beim Bier dominiert die Heimat mit Reudnitzer und Ur-Krostitzer Bieren.
Das Küchen- und Serviceteam ist weitgehend neu. Azubis, die keinen anderen Ausbildungsbetrieb gefunden hatten, blieben an Bord. 254 Bewerber für die Jobs boten Gelegenheit, eine fachlich versierte, hochmotivierte Mannschaft zusammenzustellen. Dass diese, gleich ob sie am Herd hantiert oder durch das Restaurant eilt, einheitlich in Schwarz gekleidet ist, spiegelt die Hausphilosophie wider.
Die Dachterrasse – 127 Meter über der Stadt – soll in den nächsten Wochen ein neues Gesicht erhalten. „Auswärtige Touristen, die auf die Schnelle ihre Blicke über Leipzig und seine neue Seenlandschaft schweifen lassen, und jene, die Sonne, frischen Wind oder die blaue Stunde mit Muße genießen wollen, sind dabei unter einen Hut zu bringen“, erläutert Axel Thier. Das heißt die Balustrade muss für die Rundgänge frei bleiben. Auf der Innenseite soll die früher ungastliche Plattform allerdings Lounge-Charakter erhalten. Knautschiges Leder vielleicht, gewiss aber niveauvolle Getränke, Snacks und flinken Service.
Eigene Lokale in Sichtweite
Auch Albrecht und Thier können erstmals vom eigenen Lokal aus ihre gesamte Fantastic-Gastronomie übersehen – vom Airport Halle/Leipzig über Barthels Hof bis ans „Kap gute Hoffnung“ am gerade gefluteten Zwenkauer See. Damit bietet sich das Restaurant Panorama Tower als Aushängeschild an.
Der Wille, das Restaurant im besten Sinne wieder bekannt zu machen, ist jedenfalls vorhanden. Denn „hoch“ als Alleinstellungsmerkmal, so Lutz Albrecht bei Vertragsunterzeichnung, reiche allein für den Erfolg nicht aus. Jürgen Grubitzsch

