Schweiz
Fußball-EM geht aufs Schiff
Eine Großleinwand macht für die Dauer von 19 Spieltagen eine Bodenseefähre zur schwimmenden Fan-Kurve
ROMANSHORN. Die Fußball-EM in Österreich und der Schweiz bekommt ihren zweite Großleinwand auf dem Bodensee. Nachdem die Umgestaltung der Seebühne der Bregenzer Festspiele unter Beteiligung Baden-Württembergs zur „Fankurve Bodensee“ schon lange feststeht, ziehen die Schweizer nach. Sie stellen auf der im Romanshorner Hafen liegenden gleichnamigen Bodenseefähre eine Riesenleinwand samt Festwirtschaft auf.
Mit dem einzigen Public Viewing-Platz auf einem Schiff ist der größte Bodenseehafen während den 19 Tagen der „Euro 08“ wohl einer der Attraktionen außerhalb der acht Stadien, in denen die Spiele ausgetragen werden. Attraktiv wird dieser auch für die deutschen Fans sein. Weil der normale Fährbetrieb Romanshorn-Friedrichshafen während der Public Viewing-Abende aufrechterhalten wird, erwarten die Initiatoren, die Gemeinde Romanshorn und die Schweizerische Bodenseeschifffahrt (SBS), dass auf dieser Route auch viele über den See kommen werden. Zumal die Karten für Bregenz bereits ausverkauft sind. Insgesamt rechnen sie mit bis zu 10.000 Besuchern, die alle 31 Spiele der Fußball Europameisterschaft sehen können. Dazu wird das Fahrbahndeck der Fähre als Zuschauerraum mit Großleinwand umgebaut. Im Restaurant über der Fahrbahn wird eine VIP-Lounge mit Monitoren eingerichtet, die Firmen als „Dankeschön“ an ihre Kunden oder Mitarbeiter buchen können.
Gerne wäre die Schifffahrt mit den Fans auch auf den See gefahren. Die Wellenbewegungen hätten aber ein scharfes Bild auf der Großleinwand verhindert, erklärte SBS-Geschäftsführer Marco Caluori. Dafür würden im Hafenbecken, das sich bestens als große „Fan-Kurve“ eigne, zusätzliche Attraktionen geboten. „Wir hoffen, dass der Hafen während den 19 Abenden zu einem fröhlichen Fußballfest wird“, sagte Caluori.
Die Romanshorn und die SBS wollen auch dafür sorgen, dass das Fest finanziell abgesichert ist. Für das Public Viewing auf der Fähre ist pro Spieltag als Unkostenbeitrag ein Eintrittspreis von 5 Franken vorgesehen. Dadurch könne man für die Besucher die Preise für Getränke und Essen auf normalem Niveau halten. „Mit diesem Event wollen wir nicht nur unseren Einwohnern und Gästen etwas bieten, sondern auch zeigen, welches Potenzial in diesem Hafen steckt, das nur darauf wartet, für den gesamten Tourismus am See genutzt zu werden“, begründet Norbert Senn, Gemeindeammann (Bürgermeister) von Romanshorn, das gemeinsame Engagement von Stadt und Schifffahrtsgesellschaft. geh
